PSA will angeblich 3.700 Stellen streichen

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei es "sehr wichtig", dass alle Beteiligten im Gespräch miteinander seien.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) appellierte an die Bundesregierung, sich auf ihren Kanälen stärker für Opel einzusetzen. Investitionszusagen gab es bislang nur für Opel-Werke außerhalb Deutschlands. Die deutschen Standorte spielten in diesem Investitionspaket dagegen keine Rolle. Und deshalb ist hier jetzt die Bundesregierung gefordert, um deutlich zu machen: "so kann die deutsch-französische Achse nicht funktionieren, dass man auf Kosten der deutschen Standorte die französischen aufwertet". Das "Angebot" sei möglicherweise der "Tod von Eisenach".

Opel-Standorte außerhalb Deutschlands erhielten unterdessen schon Zusagen für neue Modelle und Produkte, meist bezahlten sie dafür mit Zugeständnissen bei Lohn und Arbeitszeit. Für die Sicherung von höchstens 1800 Arbeitsplätzen hätten die Franzosen den Verzicht auf Lohnerhöhungen, Weihnachts- und Urlaubsgeld von fast 20 000 Beschäftigten verlangt, ohne eine klare und auf Zahlen basierte Zukunftsperspektive für das Unternehmen zu belegen. Er könne die Wut der Beschäftigten verstehen. "Jede andere Information wäre reine Spekulation".

Unter der Leitung des neuen Eigners PSA will Opel in dem thüringischen Werk nur noch einen Geländewagen bauen. Dazu berichteten Medien, die Belegschaft in Eisenach, wo schon seit längerem Kurzarbeit gilt, solle auf nur 1000 halbiert werden. Doch Eisenach brauche zwei Modelle und Arbeit in zwei Schichten, um auf Dauer zu bestehen. "Das heißt, was Opel und PSA geboten haben, ist zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben". Dort sollten aber eigentlich nur 1.200 Jobs wegfallen. Im Unternehmen habe eine regelrechte Fluchtbewegung eingesetzt, sagte Wolfgang Schäfer-Klug, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Opel, am Freitag in Frankfurt. Bestehende Tarifverträge würden eingehalten.

Nach Berechnungen von Schäfer-Klug werden insgesamt mehr als 4.000 Beschäftigte das Unternehmen bis zum Jahr 2020 verlassen. Er sprach von einem enormen Aderlass für das Unternehmen, mit dem viel Know-how verloren gehe. Für Eisenach würde das den Wegfall von 400 bis 450 Arbeitsplätzen bedeuten.

Nach seinen Angaben haben bereits 2000 Beschäftigte Angebote zu Vorruhestand und Altersteilzeit angenommen.

Von PSA und Opel gibt es bisher keine offizielle Bestätigung für die Abbaupläne.

PSA-Chef Tavares und Opel-Chef Michael Lohscheller hätten "fruchtbare Diskussionen" mit Heil und Altmaier geführt, teilte Peugeot mit. Die Pläne für die Werke Kaiserslautern und Eisenach seien sogar noch besser als das, was im Tarifvertrag festgeschrieben sei.

Der Autobauer Opel kommt beim geplanten Personalabbau schneller voran, als es den Arbeitnehmervertretern lieb ist.

Linken-Chef Bernd Riexinger warf PSA unterdessen "Brutalität" vor.

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