Putin: Militärschlag gegen Syrien ein Akt der Aggression

Putin bewertete den Schlag der USA, Großbritanniens und Frankreichs als eine "aggressive Handlung" gegen einen Staat, der im Kampf gegen den Terror eine führende Rolle übernehme. Syrien habe sich bislang internationalen Verhandlungen als Teil eines von den UN angestoßenen politischen Prozesses verweigert.

Frankreichs UN-Botschafter François Delattre sagte, nötig sei eine Resolution des UN-Sicherheitsrats, mit der das "syrische Problem" dauerhaft gelöst werden könne: "Frankreich arbeitet mit allen Mitglieder des Sicherheitsrates auf dieses Ziel hin".

Die USA wollen dagegen den Druck auf Russland erhöhen und haben neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Die Angriffe hätten "die Aussichten auf eine politische Einigung in Syrien erheblich beeinträchtigt", hieß es in der Erklärung aus Moskau weiter. Dies werde von Assad aber blockiert.

Bundesaußenminister Heiko Maas denkt über eine Lösung ohne die Vereinten Nationen nach. Das habe aber nicht funktioniert, weil man "von den Russen blockiert" worden sei. Maas räumte aber ein, ein Frieden in Syrien ohne Moskaus Einbeziehung sei nicht möglich.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz brachte eine Wiederaufnahme der Syrien-Friedensgespräche von 2015 in Wien ins Gespräch.

Die Außenamtssprecherin Russlands, Maria Zaharowa schreibt im sozialen Netzwerk, als erstes hätten sie für das syrische Volk den Arabischen Frühling ausgenutzt, anschließend die DAESH, jetzt indessen seien die intelligenten Raketen der USA dran. Beide Länder greifen auch militärisch an der Seite Assads in den Bürgerkrieg ein.

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag Ziele in Syrien angegriffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den Luftschlag. Nach Angaben der US-Regierung handelte es sich um gezielte Angriffe auf Lager und Forschungszentren für Chemiewaffen. Allerdings hatte Russland nicht militärisch reagiert. Die Alliierten hatten die Attacke mit einem Giftgas-Angriff in der Rebellenbastion Duma am 7. April gerechtfertigt, bei dem 75 Menschen starben. Moskau hatte den Beschuss "unakzeptabel und gesetzeswidrig" genannt. Haley sagte, die US-Truppen würden sich nicht aus Syrien zurückziehen, bevor "ihre Ziele nicht erreicht" seien. Die USA haben ihr wichtigstes Kriegsziel mit der nahezu vollständigen Zerschlagung der Extremistenmiliz Islamischer Staat fast erreicht.

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