"Respektlos": Streit zwischen Netflix und Filmfestspielen von Cannes eskaliert

Vor wenigen Wochen hatte Thierry Frémaux, Leiter des weltbekannten Filmfestivals, angekündigt, keine Filme von Netflix im Wettbewerb zulassen zu wollen, sofern diese nicht auch in einem französischen Kino starten würden. Das kündigte Ted Sarandos, Content-Chef des Streamingdienstes, im Interview mit dem US-Magazin "Variety" an. Denn die neuen Teilnahmebedingungen der Franzosen schreiben vor, dass nur Filme eingereicht werden dürfen, die auch in französischen Kinos gezeigt werden müssen.

Netflix wird dieses Jahr nicht zu den Filmfestspielen von Cannes reisen. Zu dem Wettbewerb in Cannes selbst sagte Sarandos: "Wir wollen, dass unsere Filme auf einer fairen Grundlage mit allen anderen Filmemachern (konkurrieren)".

Für Netflix gebe es laut Sarandos schlicht keinen Grund, seine Filme außerhalb des Wettbewerbs zu zeigen. Mit den Regeländerungen hätten die Veranstalter ein klares Signal gesandt, so Sarandos. Nach den vielen Diskussionen rund um die Teilnahme von Netflix beim Festival in Cannes sei das aber nicht mehr gegeben und Sarandos befürchte, dass die Filme von Netflix respektlos behandelt würden. "Ich denke nicht, dass es gut für uns wäre, dort zu sein".

Die Filmfestspiele von Cannes mussten im vergangenen Jahr harte Kritik dafür einstecken, dass zwei Netflix-Produktionen bei der Preisverleihung zugelassen waren. "Okja" von Regisseur Bong Joon-ho (48) und "The Merowitz Stories" von Noah Baumbach (48) waren 2017 beim Wettbewerb an der Côte d'Azur vertreten.

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