ROUNDUP/Kreise: VW-Chef Müller geht - Nachfolger soll Markenchef Diess werden

VW-Markenchef Herbert Diess gilt als knallharter Stratege.

Markenchef Herbert Diess, der zurzeit die Kernmarke VW leitet, solle Nachfolger Müllers werden, heisst es. Insidern zufolge ist der Schritt im Rahmen eines größeren Konzernumbaus zu sehen, die insgesamt vorgesehenen Veränderungen in Wolfsburg seien umfassend.

Das "Handelsblatt" sowie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Bild"-Zeitung berichteten anschließend unter Berufung auf Unternehmenskreise sowie informierte Kreise, dass Müller gehen müsse. Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören". Darüber hinaus äußerte sich der Konzern zunächst nicht. Auch das Alter könnte eine Rolle spielen: Müller wird im Juni 65 Jahre alt, sein Vertrag läuft aber noch bis 2020. Diess kam 2015 von BMW und handelte unter anderem das Reform- und Sparprogramm "Zukunftspakt" bei der Stammsparte mit dem mächtigen Betriebsrat aus. Vorstandschef Matthias Müller habe seine "grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken". Dabei geht es möglicherweise auch um Umbaupläne wie eine mögliche Abspaltung des Lastwagengeschäfts. Volkswagen investiert hier bereits Milliarden.

"Die Volkswagen Aktiengesellschaft erwägt eine Weiterentwicklung der Führungsstruktur für den Konzern, die auch mit personellen Veränderungen im Vorstand und mit Änderungen bei den Ressortzuständigkeiten im Vorstand verbunden wäre", teilte der deutsche Konzern am Dienstag mit. "Sollten personelle Veränderungen im Vorstand der Volkswagen AG erfolgen, könnte dies auch zu entsprechenden personellen Veränderungen im Vorstand der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart, führen", teilte die Gesellschaft am Dienstag mit. Die VW-Aktie reagierte auf die Nachricht mit einem Kurssprung von knapp fünf Prozent.

Volkswagen: Wird Konzernchef Müller bald Vorstand?

"Das ist ein riesiges Problem des Konzerns".

Demnach trifft sich der Aufsichtsrat des Konzerns am Freitag und berät über die künftige Führungsstruktur des weltgrößten Autobauers.

Der studierte Informatiker, dessen Vater Motorrad-Rennleiter der alten Auto-Union-Marke DKW und technischer Kommissar der DDR-Rennstrecke Sachsenring war, wurde von den Eignerfamilien Piech und Porsche im September 2015 an die VW-Spitze gesetzt, nachdem der damalige Konzernchef Martin Winterkorn im Zuge der Dieselaffäre zurücktreten musste.

Müller war jüngst wegen einer Interviewäußerung im "Spiegel" heftig kritisiert worden.

Andererseits haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so viele Beteiligte den Konzern zur Beute gemacht, dass eine simple Personalrochade selbst auf dem wichtigsten Posten kaum eine durchgreifende Besserung auslösen kann.

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