Rückkehrrecht in Vollzeit soll 2019 kommen

"Wir wollen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Teilzeit eine Brücke bauen zurück in Vollzeit-Beschäftigung", sagte Heil der "Rheinischen Post". Während die damalige Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) das Rückkehrrecht für Unternehmen ab 15 Beschäftigten vorsah, hatten Union und Arbeitgeber die Schwelle bei 200 Beschäftigten festlegen wollen.

"Es gibt Phasen im Leben, in denen will man ein Stück runterfahren".

Von Teilzeit zurück in eine Vollzeitbeschäftigung - das soll ab 2019 leichter sein. Der entsprechende Gesetzentwurf ist fertig und wird jetzt innerhalb der Regierung abgestimmt, so Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Allerdings bedeutet das auch, dass fast jeder zweite Arbeitnehmer das Recht nicht in Anspruch nehmen kann - knapp 45 Prozent sind in Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern beschäftigt. "Ich möchte, dass auch jene einen Antrag auf Rückkehr in Vollzeit stellen können, die vor Inkrafttreten des Gesetzes in Teilzeit gegangen sind", teilte er mit.

Durch die Orientierung an der Betriebsgröße werde sichergestellt, dass die Unternehmen nicht überfordert würden, sagte Heil im Deutschlandfunk. "Es gibt andere Phasen, in denen will man Vollgas geben", so Heil weiter. Das Rückkehrrecht sei auch eine Möglichkeit, Altersarmut zu vermeiden. Aktuell gibt es nur einen Anspruch auf unbegrenzte Teilzeitarbeit. Aber nur nach einer kompletten Freistellung im Rahmen einer Eltern- oder Pflegezeit kann der Arbeitnehmer zur alten Arbeitszeit zurückkehren. Ursprünglich wollte die SPD es für alle Beschäftigten in Betrieben ab 15 Mitarbeitern; dagegen sperrte sich allerdings CDU und CSU, die es erst in Betrieben ab 200 Mitarbeitern gelten lassen wollte. Der Gesetzentwurf sieht eine "Pflicht zur Erörterung "unabhängig vom Umfang der Arbeitszeit vor". Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat Heil mehreren Medienberichten zufolge fertiggestellt. "Nach einer Erhebung wünschen sich 100.000 Beschäftigte flexiblere Arbeitszeitmodelle, die zu ihrem Leben passen", sagte er. "Bis zu 600.000 Beschäftigte könnten von dem Gesetz profitieren, vor allem Frauen". Mehr als 15 Millionen Menschen in Deutschland arbeiteten 2017 insgesamt in Teilzeit.

Ausgabe: