Ruf nach Diplomatie folgt Militärschlag gegen Syrien

Ganz wichtig sind dabei die USA und Russland. Für die Grünen-Fraktionsvize Agniezska Brugger ist das eine Diplomatie zwischen "billiger Propaganda" von Putin und "gefährlicher Eskalationslogik" von US-Präsident Donald Trump.

Bei keinem der von Trump genannten vermeintlichen Giftgasangriffe konnte tatsächlich bewiesen werden, dass die syrische Regierung einen solchen ausgeführt habe. Das Ergebnis hätte nicht besser sein können: "Mission erfüllt!"

Nach US-Angaben wurden drei Ziele angegriffen, Berichte vor Ort sprachen von mehr als drei.

Eine ranghohe US-Regierungsmitarbeiterin sagte, die USA seien zu der Einschätzung gelangt, dass bei dem Angriff am 7. April sowohl Chlorgas als auch Sarin verwendet worden seien.

Israel betrachtet die von den USA angeführten Angriffe als Durchsetzung einer roten Linie für den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. Er rief Moskau und Washington zu einer gemeinsamen Friedensinitiative auf. Es sei ein "perfekt ausgeführter Schlag "gewesen, Trump auf Twitter".

Die USA, Frankreich und Großbritannien haben dem UNO-Sicherheitsrat nach dem Militärschlag vom Wochenende einen Entwurf für eine neue Syrien-Resolution vorgelegt. Trump dagegen deutete in seiner Ansprache am späten Freitagabend mögliche Fortsetzungen an: "Wir sind bereit, diese Erwiderung aufrechtzuerhalten, bis das syrische Regime die Verwendung verbotener chemischer Substanzen beendet". In Anspielung auf Assad und den mutmaßlichen Giftgas-Angriff in Douma vor einer Woche sagte er: "Dies sind nicht die Taten eines Mannes". "Es sind die Verbrechen eines Monsters".

Das Ziel der Resolution der drei westlichen Mächte ist es, der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) ein von der UN getragenes, stringentes Mandat für Kontrollen in Syrien zu erteilen.

Präsident Wladimir Putin warnte die USA und ihre Verbündeten vor weiteren Luftangriffen auf syrische Stellungen. "Die gegenwärtige Eskalation der Situation in Syrien hat eine verheerende Wirkung auf die gesamten internationalen Beziehungen". Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich äußerst besorgt über das zerrüttete Verhältnis zwischen dem Westen und Russland.

Im Visier hatten die Alliierten offenbar drei Ziele, davon zwei bei Homs und eines in der Hauptstadt Damaskus. Ein Armeesprecher sagte am Samstag nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana, alle "Terroristen" hätten die in Ost-Ghouta gelegene Stadt Douma, die letzte Rebellenbastion, verlassen. Ein zweiter Zeuge schilderte Einschläge im Viertel Barzeh (Barsah). US-Präsident Donald Trump habe zum Verbleib in Syrien und dem Befehl zu Luftangriffen überredet werden müssen.

Im Norden Syriens erschütterte am späten Abend eine schwere Explosion ein Gebiet, in dem iranische Truppen stationiert sind.

Die Dritte Option habe unter anderem Angriffe auf die Einheiten der russischen Luftabwehr in Syrien vorgesehen.

Für die USA erklärte Minister Mattis, man habe ein vitales nationales Interesse daran, einer Verschlechterung der humanitären Lage in der Region entgegenzutreten. Macron will seine Position am Dienstag im EU-Parlament erläutern und muss schon jetzt gewärtigen, dass ihm die Bundesregierung nicht in jedem Punkt folgen will. Und in Deutschland löste der Beschuss einen Parteien-Streit aus.

Die Rückeroberung von Ost-Ghouta ist für den syrischen Diktator ein ähnlich spektakulärer Erfolg wie ein Jahr zuvor der Sieg über die Rebellen in Ost-Aleppo. Die USA hätten den Angriff nicht mit Russland koordiniert.

Der italienische "Corriere della Sera" hält sowohl die westlichen Verbündeten als auch Russland in dem Konflikt für unglaubwürdig. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei bezeichnete im TV-Sender Al-Manar den Angriff als kriminell. Das Bild zeigt das Depot vor den Angriffen der Westmächte.

► Weitere Fragen lauten: "Hat die Trump-Regierung einen Plan, syrische Zivilisten zu beschützen in einem Krieg, der große Teile des Landes in den vergangenen sieben Jahren zerstört hat?"

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