Ständige Sekretärin der Akademie tritt zurück

Es zeichnet sich ein präzedenzloses Debakel ab.

Die Jury für den Literaturnobelpreis zerbricht nach ihrem Korruptions- und Belästigungsskandal mehr und mehr: Jetzt trat die Vorsitzende der Schwedischen Akademie, Sara Danius, zurück. Sie lege auf Wunsch der Akademie, die alljährlich über die Vergabe des Literaturnobelpreises entscheidet, ihr Amt mit sofortiger Wirkung nieder, erklärte Danius. Carl-Gustav hat mit der ständigen Sekretärin der Schwedischen Akademie gesprochen, um über verschiedene Lösungsansätze zu beraten.

Die 56 Jahre alte Literaturwissenschafterin war 2015 zur Ständigen Sekretärin ernannt worden und damit die erste weibliche Vorsitzende des Gremiums, das den Literaturnobelpreisträger oder die Literaturnobelpreisträgerin auswählt. Drei Mitglieder hatten ihre Arbeit niedergelegt, weil die Akademie keine ausreichenden, auch personellen Konsequenzen aus der Affäre habe ziehen wollen.

Auch das umstrittene Mitglied Katarina Frostenson trat nun jedoch zurück - sie steht mit ihrem Mann im Mittelpunkt des Skandals. Ausserdem soll sie die Namen von sieben Nobelpreisträgern vorzeitig ausgeplaudert haben. Außerdem soll sie mit ihrem Mann einen kommerziellen Kulturklub auf rechtlich nicht haltbare Weise betrieben haben. Ein Kulturfunktionär soll über Jahre hinweg 18 Frauen sexuell belästigt oder missbraucht haben. Gustaf hatte sich eingeschaltet und die Mitglieder der Akademie aufgefordert, ihrer Verantwortung für die ehrwürdige Kulturinstitution gerecht zu werden. Die Nobelpreisstiftung hatte gewarnt, der Skandal werde dem Ansehen aller Nobelpreise schaden.

Gemäß den Statuten können Akademie-Sitze derzeit nicht abgegeben oder nachbesetzt werden, da es sich um Mitglieder auf Lebenszeit handelt. Allerdings dürfte sie das gemäss ihren Satzungen nur dann tun, wenn Mitglieder gestorben sind. Für die Wahl des Nobelpreisträgers oder der Nobelpreisträgerin ist indessen kein Quorom erforderliche.

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