Steinmeier besorgt wegen Entfremdung zwischen Westen und Moskau

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist besorgt über das Verhältnis des Westens zu Russland: Er hat der "Bild am Sonntag" gesagt, der Westen dürfe nicht ganz Russland, das Land und seine Menschen, zum Feind erklären. "Dagegen steht unsere Geschichte und dafür steht zu viel auf dem Spiel".

Der Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien sei besorgniserregend, so das Staatsoberhaupt. Zuletzt hatte Russland behauptet, Skripal sei mit einem Kampfstoff aus dem Westen vergiftet worden - und die Untersuchungsergebnisse der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) seien manipuliert worden. Dieser gefährlichen Entfremdung müsse entgegengewirkt werden.

"Dennoch glaube ich, dass wir uns nicht von einer neuen Endzeitstimmung im Verhältnis zu schwierigen Nachbarn dominieren lassen sollten", fügte Steinmeier hinzu, der selbst seit 2005 insgesamt mehr als sieben Jahre lang als Außenminister fungiert hat, zuletzt bis Januar 2017.

Die Bundesregierung trägt laut dem Bundespräsidenten aber zugleich eine große Verantwortung für die Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit der Europäischen Union, gerade in der Russlandpolitik. "Aber wir dürfen nicht aufgeben, dies auch im direkten Gespräch zu tun", sagte Steinmeier.

Präsident Frank-Walter Steinmeier hat mitgeteilt, dass ohne eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Russland und den USA die Chancen auf eine Regelung in Syrien gleich Null sind. Dabei handelte es sich um eine Vergeltungsaktion für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der syrischen Stadt Duma in der früheren Rebellenhochburg Ost-Ghuta.

Nach diesen Luftangriffen rief der Bundespräsident Washington und Moskau zu einer gemeinsamen Friedensinitiative für das Krisenland auf. "Hier muss ein erster Schritt erfolgen...".

Auch Bundesaußenminister Maas plädierte für verstärkte diplomatische Bemühungen um ein Ende des Syrien-Konflikts.

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