Straftaten von Reichsbürgern seit 2015 - hohe Gewaltbereitschaft

Von 2015 bis Mitte 2017 hätten das Bundeskriminalamt (BKA) und der Verfassungsschutz mehr als 10.500 Taten von Anhängern dieser Bewegung gezählt, berichtete der "Spiegel" am Freitag. Allein in der ersten Jahreshälfte 2017 habe die Polizei 59 Gewaltdelikte sowie 139 Nötigungen und Bedrohungen registriert. Sie behaupten stattdessen, das Deutsche Reich (wahlweise das Kaiserreich oder das Dritte Reich) bestehe bis heute fort.

Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als legitimen Staat an. Auch Tote würden dabei in Kauf genommen.

Das Spektrum der Szene reiche "von Personen mit einem offenkundig gestörten Verhältnis zur Realität bis hin zu tickenden Zeitbomben", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Dort ist die Zahl der "Reichsbürger" seit 2016 von 300 auf fast 600 gestiegen, auch in anderen Bundesländern hat sich ihre Zahl verdoppelt, in Bayern stieg sie von 1700 im Jahr 2016 auf 3850 im Jahr 2017.

3850 identifizierte
Ein Mann hält ein Heft mit dem Aufdruck"Deutsches Reich Reisepass in der Hand

Berlins Polizei und Staatsanwaltschaft gingen am Mittwoch gegen zwei sogenannte Reichsbürger vor, die eigene Ausweisdokumente vertrieben haben sollen.

Die Ermittlungen und umfangreichen Auswertungen der sichergestellten Gegenstände dauern an.

In einer der Wohnungen beschlagnahmte die Polizei Computer, Drucker und Dokumente. Die Beschuldigten blieben vorerst auf freiem Fuß. Die Bundesanwaltschaft hatte Hinweise, dass sieben Männer und eine Frau aus der Reichsbürger-Szene eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet haben könnten.

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