Tess: Nasa schickt Satelliten zur Suche nach neuen Planeten ins All

Wien. Auf der Suche nach Planeten in nahen Sonnensystemen wird das Weltraumteleskop Kepler, dem in wenigen Monaten der Treibstoff ausgehen wird, vom neuen Weltraumteleskop Tess (Transit Exoplanet Survey Satellite) abgelöst. Man kann TESS als "ultra wide angle lens" bezeichnen und alles, was Kepler beobachten konnte, wird mit dem neuen Satelliten n einer "viel weiteren Perspektive" zu sehen sein.

Und: Es ist das erste Mal, dass die Nasa die Dienste der privaten Raumfahrtfirma SpaceX für eine wissenschaftliche Mission in Anspruch nimmt. Ihre Aufgabe ist es, neu entdeckte Planeten darauf zu untersuchen, ob sie bewohnbar (habitabel) sein könnten, erklärte sie der APA.

"Kepler hat eine faszinierende Vielfalt von Exoplaneten entdeckt, aber nur 0,25 Prozent des Himmels abgesucht", so Kaltenegger, die an der Cornell University in Ithaca, New York, forscht. Sie sind im Schnitt 1.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und ihre Sterne sind außerdem zu lichtschwach, als dass man etwas über ihre Atmosphären erfahren kann. "Tess kümmert sich darum nur um die 200.000 hellsten Sterne in der kosmischen Nachbarschaft der Erde, sucht bis zu einer Entfernung von 300 Lichtjahren", so die Forscherin. Dabei wird das Teleskop eine 350-mal größere Fläche absuchen können als Kepler und somit mehr als 85 Prozent des Himmels abdecken. Dazu ist das Teleskop mit vier Hochleistungskameras ausgestattet. Das wäre nämlich ein Zeichen dafür, dass gerade ein Planet vorüberzieht.

Die "Transit-Daten" alleine werden den Astronomen nicht nur das Vorhandensein der Planeten verraten, sondern jeweils auch ihre ungefähre Größe im Verhältnis zum Mutterstern. Zusätzlich können Wissenschaftler Beobachtungen beantragen. Das Weltraumteleskop TESS soll in der Nacht zu Dienstag die Erde verlassen und schon in kurzer Zeit erste Daten liefern. Es umkreist unseren Planeten mit der doppelten Frequenz des Mondzyklus in einer exzentrischen Bahn. Danach wird es dann noch rund zwei Monate dauern, bis TESS in seiner Umlaufbahn ist und mit dem Sammeln von Informationen beginnen kann.

Im Gegensatz zu Kepler wird TESS nicht nur ein weit größeres Blickfeld haben, sondern auch einen anderen Teil des Weltalls anschauen. Dabei kommt er schließlich dem Mond so nahe, dass er dort einen "Gravitationsschub" bekommt, der ihn nach insgesamt rund 60 Tagen Reise in die Beobachtungs-Umlaufbahn bringt. TESS konzentriert sich auf rund 200.000 relativ nahegelegene Sterne.

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