Wirbel um Masern-Puppe in Italien

Rom - Der norditalienische Produzent "Giochi Preziosi" brachte dieser Tage die Puppe "Cicciobello Morbillino" mit roten Masernpunkten auf den Wangen und Armen auf den Markt.

Kinder können die Babypuppe behandeln, in dem sie die Masernpunkte im Gesicht mit einer Creme wegwischen.

Die Puppe löste eine heftige Debatte aus.Amazon/ScreenshotIn Italien wird seit einigen Jahren eine heftige Debatte rund um Kinderimpfungen geführt.

Alleine 2017 gab es in Italien 4.900 Erkrankungen bei einer Masernepedemie, vier Menschen starben. Masern seien keine harmlose Kinderkrankheit, sondern könnten bleibende Schäden hervorrufen oder sogar zum Tod führen, warnte der Präsident des italienischen Gesundheitsinstituts Walter Riccardi, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet.

Impflicht in Italien Die Regierung hat im vergangenen Jahr eine gesetzliche Impflicht (für zehn Krankheiten) eingeführt – darunter auch Masern, Mumps, Keuchhusten – was zu heftigen Protesten führte. Die Impfpflicht war auch Thema des Wahlkampfs: Besonder die Lega Nord und die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung sprachen sich gegen die Impfpflicht aus. Inzwischen haben sich jedoch viele Skeptiker überzeugen lassen und der Impfung ihrer Kinder zugestimmt, denn eigentlich müssten ungeimpfte Kinder vom Besuch des Kindergartens und der Schule ausgeschlossen werden.

Der Spielzeughersteller Giochi Preziosi verteidigt sich damit, dass er bereits seit Jahren Puppen produziere, die von Kindern behandelt werden können. Einen Rückruf schloss die Firma aus.

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