Acht Jahre Haft für Soldaten wegen Kindesmissbrauchs

Der Stiefvater des zigfach sexuell missbrauchten Jungen aus der Nähe von Freiburg hat das Kind nach eigenen Worten aus sexuellen und finanziellen Gründen anderen Peinigern überlassen.

Im Prozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes bei Freiburg hat sich der psychiatrische Gutachter für eine Therapie des Angeklagten ausgesprochen. Er soll den damals acht Jahre alten Jungen im vergangenen Jahr und Ende 2016 mehrfach vergewaltigt und schwer sexuell missbraucht haben. Dem Hauptbeschuldigten und der Mutter wird vorgeworfen, den heute neun Jahre alten Jungen mehr als zwei Jahre lang Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Auch sie habe ihr Kind missbraucht und den Jungen zur Verfügung gestellt. Die am Prozess Beteiligten haben nach Angaben des Gerichts eine Woche Zeit, Revision einzulegen. Die Mutter des Kindes sei ihm "hörig" gewesen, so habe er ungehindert handeln können.

Ein 37 Jahre alter Mann aus dem Kanton St. Gallen in der Schweiz muss sich ab dem 6. Juni vor dem Freiburger Landgericht verantworten.

Der 50-jährige Deutsche hatte gestanden, den aus Staufen stammenden Jungen im vergangenen Jahr zweimal vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben. Es ist in Freiburg der zweite von mehreren Prozessen, weitere folgen. Seine Mutter (48) und sein Stiefvater (39) hätten ihn hierfür gegen Geld im Internet angeboten. Alle drei mutmaßlichen Täter sind Deutsche. Die Mutter des Jungen, die ebenfalls aussagen sollte, machte von ihrem Recht Gebrauch, zu schweigen, wie der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin sagte. "Ich bin der Haupttäter in der ganzen Geschichte", gestand der Mann vor Gericht. In dem Missbrauchsfall gibt es insgesamt acht Tatverdächtige. Die Staatsanwältin forderte zwölf Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung, der Verteidiger vier Jahre Haft ohne Sicherungsverwahrung. Der Prozess gegen die Familie des Jungen beginnt voraussichtlich am 11. Juni. Für die Verhandlung sind vier Tage angesetzt, an denen sechs Zeugen und ein Sachverständiger gehört werden sollen.

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