China zensiert ESC, EBU beendet Zusammenarbeit

Das gestrige zweite Halbfinale war demnach bereits nicht mehr im chinesischen Fernsehen zu sehen, auch auf das Finale müssen Fans in China verzichten.

Nach Zensurvorwürfen darf der chinesische Sender Mango TV den Eurovision Song Contest nicht weiter ausstrahlen. Grund dafür ist eine Zensur des ersten ESC-Halbfinals am Dienstag.

Und dabei blieb es nicht: Wie die Fanseite ESCtoday berichtet, hat der chinesische Sender auch die Regenbogenflaggen im Publikum unkenntlich gemacht. Tänzer Alan McGrath zeigt Mango TV auf seine eigene Weise die rote Karte: mit einer Liebeserklärung an seinen Freund. 2017 wurde ein Gesetz in China erlassen, das die Darstellung von "abnormalen sexuellen Aktivitäten" verbietet.

Damit ist China in diesem Punkt strenger als Russland - das zwar damit gedroht hatte, die schwule Romanze im irischen Beitrag nicht auszustrahlen, wegen der Regeln der European Broadcasting Union (EBU) letztendlich davon Abstand genommen hat. Denn diese sehen vor, dass der ganze Bewerb ungeschnitten und unbearbeitet gezeigt werden muss.

Die EBU teilte nun in einem Statement mit, die heurige Zusammenarbeit mit Mango TV zu beenden und dem Sender die Ausstrahlung des 2. Halbfinales nach den Zensurmaßnahmen zu untersagen: "Das steht nicht im Einklang mit den Werten der EBU, zu denen ein weiter Horizont und Inklusion sowie unsere stolze Tradition, Vielfalt durch Musik zu feiern, gehören".

Am Dienstag ist das erste ESC-Halbfinale zu sehen gewesen, dabei qualifizierte sich unter anderem auch Irland für das Finale am Samstag. Mit Bedauern beende man daher die Zusammenarbeit. "Sie haben es sich nicht leicht gemacht".

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