Doping-Experte Seppelt darf nicht einreisen

Seppelt stehe auf einer Liste der in Russland "unerwünschten Personen" und könne daher nicht in die Russische Föderation einreisen.

Das vom SWR für ihn beantragte Visum sei Freitag für ungültig erklärt worden, teilte der TV-Sender mit. Nähere Angaben zu den Hintergründen wurden nicht gemacht.

In der Mitteilung heißt es weiter: "Die ARD betrachtet dies als einen einmaligen Vorgang in der Geschichte des ARD-Sportjournalismus und im Hinblick auf die Berichterstattung über Großereignisse wie die Fußball-WM als beispiellosen Eingriff in die Pressefreiheit". Der Frankfurter Rundschau sagte Seppelt am Freitagnachmittag: "Offensichtlich hat die kritische Sportberichterstattung und die Aufdeckung des Staatsdopings einen Nerv in Russland getroffen". Der Sender teilt mit, das für ihn beantragte Visum sei für ungültig erklärt worden. "Er wollte mich vor der Reise bewahren". Seppelt recherchiert seit vielen Jahren zu Doping im deutschen und weltweiten Spitzensport. Zuletzt sorgte er vor den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Februar mit Beiträgen über das mutmaßliche Staatsdoping in Russland und die Manipulationsmöglichkeiten an Dopingprobenbehältern für Aufsehen.

Mit seinem Film "Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht" hatte Seppelt den russischen Dopingskandal aufgedeckt, der unter anderem zum Ausschluss der russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro geführt hatte. Für seine Arbeit wurde Seppelt mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis und der Deutsche Fernsehpreis. "Es gibt Regularien für solche sportlichen Großereignisse, und dazu gehört auch freie Berichterstattung", sagte Seppelt.

ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt wird die Einreise nach Russland anlässlich der Berichterstattung über die Fußball-WM von Seiten Russlands verweigert. "Ich kann nur hoffen, dass die politischen Verantwortlichen ihre Entscheidung noch einmal überdenken werden".

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