Ehemaliger US-Turnarzt Larry Nassar Uni zahlt 500 Millionen Dollar an Missbrauchsopfer

Im Missbrauchskandal um den verurteilten US-Sportarzt Larry Nassar hat die Universität Michigan eine millionenschwere "umfassende Einigung" mit hunderten Opfern geschlossen.

Für die 332 Kläger wird eine Summe von 425 Millionen Dollar bereitgestellt, der Rest wird in einem Fonds für möglicherweise noch ausstehende Klagen platziert.

Das erklärte die Universität Michigan State am Mittwoch. In Folge des Skandals trat der komplette Vorstand des US-Turnverbandes zurück. Nassar hatte sich schuldig bekannt und ist wegen des hundertfachen Missbrauchs von Athletinnen verurteilt.

Opferanwalt John Manly lobte, die "historische Einigung" sei dem Mut der mehr als 300 Frauen und Mädchen zu verdanken, die sich getraut haben, darüber zu sprechen, was ihnen angetan wurde.

Im Schnitt erhält jede der Klägerinnen um die 1,28 Millionen Dollar. Er fügte hinzu: "Es ist die aufrichtige Hoffnung aller Überlebenden, dass das Vermächtnis dieser Regelung weitreichende institutionelle Reformen nach sich ziehen wird, welche die Bedrohung durch sexuelle Übergriffe in Sport, Schulen und in unserer gesamten Gesellschaft beenden werden".

Viele Sportlerinnen hatten die Michigan State University angeklagt, Beschwerden über Nassar ignoriert zu haben.

Der an der Universität im US-Bundesstaat Michigan ansässige Nassar war jahrelang Arzt des US-Turnteams. Die 2017 bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfe gegen ihn reichen bis in die 1990er-Jahre zurück. Auch das Olympische Komitee der USA, sowie das US-Gymnastik-Team und die ehemaligen Olympiatrainer Bela und Martha Karolyi gehen gerichtlich gegen den früheren Teamarzt vor. Der 54-Jährige wurde im Januar zu bis zu 175 Jahren Haft verurteilt. Zuvor war im Dezember wegen Besitzes von Kinderpornografie eine Gefängnisstrafe von bis zu 60 Jahren gegen ihn verhängt worden. Zu den Frauen, die er missbrauchte, gehörten auch die Olympiasiegerinnen Alexandra Raisman, McKayla Maroney und Simone Biles.

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