Ein Zauberer der Bühne, Karl-Ernst Herrmann, ist tot

Karl-Ernst Herrmann, aus der Lausitz gebürtig, war der neben Wilfried Minks wichtigste Bühnenbildner der deutschen Theatermoderne. Noch zuletzt hatte Herrmann zusammen mit dem Regisseur Claus Peymann an der Inszenierung von Shakespeares "König Lear" am Stuttgarter Staatstheater mitgearbeitet.

Herrmanns Entwürfe für Inszenierungen etwa für Luc Bondy, Klaus Michael Grüber, Matthias Hartmann, Dieter Giesing, Thomas Langhoff, Christof Nel, Peter Stein und George Tabori hätten Ästhetik und Bühnenlicht des Theaters maßgeblich beeinflusst, teilte das Wiener Burgtheater mit. Der 1936 in Neukirch (Oberlausitz) geborene Herrmann arbeitete unter anderem an den Theatern in Stuttgart, Bochum und Zürich. Als Ausstatter war Karl-Ernst Herrmann in Salzburg u. a. für Botho Strauß' "Das Gleichgewicht" und Tschechows "Kirschgarten" verantwortlich. Weiter ging es nach Bremen, Braunschweig, Berlin. und noch viel weiter - rein in die ganze Welt der Bühne, von der er uns träumen ließ.

Im Jahr 1970 gehörte er mit dem Regisseur Peter Stein und Peymann zu den Gründern der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer. Bei seinen Inszenierungen arbeitete er stets mit seiner Frau Ursel zusammen und entwarf die Kulissen, die Kostüme und das Licht.

Wien. (irr) Eigentlich ein Himmelfahrtskommando: Wie bringt man Mozarts "Così fan tutte", dieses Liebeskammerspiel, in den Weiten des Großen Salzburger Festspielhauses zur Geltung? Seit 1989 war Herrmann Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

Am Sonntag ist der bedeutende Bühnenbildner und Regisseur nun im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben.

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