Energieversorger Innogy rannten binnen eines Jahres eine Viertelmillion Kunden davon

Der Energieversorger Innogy hat in den ersten drei Monaten wegen schwächerer Vertriebsgeschäfte ein leicht rückläufiges bereinigtes Betriebsergebnis EBIT von 1,236 Milliarden Euro verzeichnet. An der Jahresprognose hielt Innogy-Chef Uwe Tigges dennoch fest. Der bereinigte Nettogewinn sank um knapp 11 Prozent auf 610 Millionen Euro. Die seit langer Zeit schwächelnde britische Tochter Npower konnte zwar zulegen, dafür musste Innogy in Deutschland Federn lassen. So zählte Innogy Ende März rund 250.000 Kunden weniger als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Montag in Essen mitteilte.

Eon und RWE haben die Zerschlagung und anschließende Aufteilung der RWE-Ökostromtochter verabredet. Im ersten Schritt will Eon Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug RWE am eigenen Unternehmen mit knapp 17 Prozent beteiligen.

Sie sorgen sich insbesondere um die Mitarbeiter, da Eon im Zuge der Verschmelzung rund 5000 der über 70.000 Stellen streichen will. Innogy hat am Freitag für seine Beschäftigten eine umfassende Stellengarantie ausgehandelt, die betriebsbedingte Kündigungen praktisch ausschließt.

Während sich das Geschäft mit erneuerbarer Energie und den Netzen positiv entwickelte, ging es im Vertrieb bergab. Dies lag neben sinkenden Kundenzahlen auch an höheren Beschaffungskosten wegen des kalten Wetters und einem daraus folgenden höheren Stromverbrauch. Im deutschen Vertriebsgeschäft schrumpfte der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 211 Millionen Euro von 268 Millionen. Das Vertriebsgeschäft ist hierzulande stark umkämpft. Zahlreiche Anbieter versuchen mit Bonuszahlungen von mehreren hundert Euro neue Kunden zu locken, so auch die Innogy-Tochter Eprimo.

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