Ermittlungen wegen Betrugsverdachts nach P&R-Pleite

P&R hatte versprochen, die Container am Ende der Vertragslaufzeit zurückzukaufen. "Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wird die strafrechtliche Verantwortlichkeit hinsichtlich der Beschuldigten in Bezug auf jeden Anleger von Amts wegen geklärt werden", hieß es in einer Mitteilung der Behörde am Donnerstag. Laut aktueller Mitteilung des Insolvenzverwalters seien allerdings nur 600.000 (!) Container im aktuellen Bestand. Insbesondere haben die Vermittler auch in keinem uns bekannten Fall darauf hingewiesen, dass die Anleger gar kein Eigentum an den Containern erwerben konnten, wenn sie kein Eigentumszertifikat von der P&R aktiv anforderten. Sie müssen den betroffenen P&R-Anlegern dann das gesamte investierte Geld zurückzahlen und sie auch von möglichen Rückforderungen des Insolvenzverwalters freistellen.

Jaffé rief die Anleger dazu auf, Ruhe zu bewahren, und die Fortschritte in den einzelnen Insolvenzverfahren abzuwarten.

Der Insolvenzverwalter versucht, die Schweizer Gesellschaft am Leben zu erhalten, damit die Container-Vermietung nicht ins Stocken gerät und die Anleger wenigstens einen Teil des Geldes zurückbekommen. Die für den Skandal verantwortlichen Personen wie beispielsweise Geschäftsführer, Vorstände, Wirtschaftsprüfer, Treuhänder, etc. rücken nun immer weiter in das Visier der Staatsanwaltschaft und in den Fokus der Anleger bei der Geltendmachung und Durchsetzung ihrer Schadensersatzansprüche.

Ihre Forderungen können die Anleger derweil erst nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens anmelden, die für Juli erwartet wird.

P&R hatte die Container überwiegend an Privatanleger verkauft und zurückgemietet. Eine Schwesterfirma im schweizerischen Zug vermietete die Container wiederum an Leasinggesellschaften und Reeder weiter. Zeitweise galt P&R als größter Schiffscontainer-Vermieter der Welt.

Nach einigen Jahren wurden die Container von den Anlegern zurückgekauft, teilweise zu vorab garantierten Preisen.

Neben dem vollständigen Verlust des noch investierten Kapitals droht den Anlegern möglicherweise aber auch noch die Rückforderung ausgezahlter Mieten der letzten vier Jahre, schlimmstenfalls sogar der in diesem Zeitraum gezahlten Rückkaufspreise.

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