Gabriel soll Verwaltungsratsmitglied von Siemens Alstom werden

Der frühere Bundesaußenminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) soll in den Verwaltungsrat der geplanten deutsch-französischen Zug-Allianz Siemens Alstom einziehen. Gabriel wurde von Siemens als Mitglied des Gremiums vorgeschlagen, wie beide Unternehmen am Dienstagabend mitteilten. Siemens hatte das Recht, sechs der elf Verwaltungsräte zu nominieren, Vorsitzender des Gremiums ist der Technik-Vorstand des Münchner Industriekonzerns, Roland Busch. Die Aktionäre müssen der Nominierung der einzelnen Mitglieder noch zustimmen. Er wurde demnach als unabhängiges Mitglied nominiert.

Neben Busch gehören weitere drei Siemens-Manager dem Verwaltungsrat von Siemens Alstom an, unter ihnen Finanzvorstand Ralf Thomas und Personalchefin Janina Kugel. Von Alstom soll Henri Poupart-Lafarge, der auch als CEO von Siemens Alstom vorgesehen ist, dem Verwaltungsrat angehören. Dazu sollen als unabhängige Mitglieder Yann Delabriere (Alstom-Verwaltungsrat), Clotilde Delbos (Renault-Finanzchefin), Sylvie Kandé de Beaupuy (Airbus-Managerin) und Baudouin Prot von Boston Consulting kommen.

Als früherer Bundeswirtschaftsminister hatte sich Gabriel für ein Geschäft zwischen Siemens und Alstom stark gemacht. In einer Übernahme von Teilen des französischen Konzerns durch Siemens sehe er große Chancen sowohl für Deutschland als auch für Frankreich, sagte er in seiner Zeit als Wirtschaftsminister 2014.

Siemens und Alstom wollen mit der Fusion vor allem der neuen starken Konkurrenz aus China Paroli bieten. Die Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen. Bereits seit einigen Jahren mischt der neue Zug-Riese CRRC aus China im weltweiten Wettlauf um Bahnaufträge kräftig mit. Der neue Konzern Siemens Alstom wäre nach Volumen der zweitgrößte Bahnbauer weltweit und der größte Hersteller von Signaltechnik.

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