Gaza-Proteste: Südafrika ruft Botschafter in Israel zurück

Dieses dürfe aber nicht missbraucht werden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Auch zahlreiche andere, vor allem arabische Staaten kritisierten das Vorgehen gegen die Palästinenser scharf. Rund 2800 wurden verletzt.

"Die Zahl der Toten bei den zivilen Demonstrationen im Inneren von Gaza ist nicht zu rechtfertigen".

Am Gazagrenzzaun wurde erneut ein Mensch erschossen, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte.

Ferner rief der Palästinenserpräsident die internationale Gemeinde dazu auf, Israel angesichts der Gewaltanwendung bei friedlichen Protesten zu stoppen und das palästinensische Volk zu schützen.

Die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem und die vielen Toten an der Gaza-Grenze werden in internationalen Medien überwiegend als schwere Hypothek für eine Friedenslösung im Nahen Osten bewertet. Israels Sicherheitsbehörden hätten der Hamas-Führung über den ägyptischen Geheimdienst die Drohung übermittelt, sie könnten wieder zum Ziel gezielter Tötungen werden, sollten sie die Gaza-Einwohner weiter zu gewaltsamen Protesten antreiben, schreibt die regierungsnahe "Israel Hajom". Präsident Mahmud Abbas hat zum Generalstreik aufgerufen und eine dreitägige Trauer verhängt.

Der Vertreter der Palästinenser bei den Vereinten Nationen, Rijad Mansur, wollte, dass der Sicherheitsrat die Tötungen verurteilt.

Am Montag waren nach Angaben der israelischen Armee im Gazastreifen rund 40.000 Palästinenser an den Grenzzaun zu Israel gekommen. Die USA blockierten das.

Ein Auslöser für die Proteste im Gazastreifen war die Eröffnung der US-Botschaft am Montag in Jerusalem - ausgerechnet am Jahrestag der Staatsgründung Israels. Die Palästinenser protestierten zudem gegen eine mehr als zehnjährige Blockade des Küstenstreifens durch Israel und Ägypten. Gewalttätige Demonstranten hätten explosive Gegenstände und Brandbomben auf Soldaten und den Sicherheitszaun geworfen, teilte die Armee mit. "Israel ist ein Terrorstaat", sagte er in einer Rede vor türkischen Studenten in London. "Egal von welcher Seite er kommt, von Amerika oder von Israel, ich verfluche dieses humanitäre Drama, diesen Genozid", sagte Erdogan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Montagabend. Zuerst bestellte Ankara den israelischen Botschafter Eitan Naeh ein.

Auch Südafrika hat seinen Botschafter zurückberufen. Am Montag wurde die nach Jerusalem verlegte Botschaft der USA im Beisein von 800 Gästen aus beiden Ländern offiziell eröffnet.

Diese Nachricht wurde am 15.05.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Gemäß dem Abkommen des Oslo-Friedensprozesses müssen Palästinenser und Israelis gemeinsam über den Endstatus von Jerusalem entscheiden. In den seit 30. März andauernden Protesten an der Grenze zum Gazastreifen waren vor Montag bereits 54 Menschen getötet worden. Die Organisation Human Rights Watch sprach von einem "Blutbad". Die israelischen Soldaten reagierten mit Tränengas. Die Regierung warf der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, in dem Konflikt an der Grenze Zivilisten auf zynische Weise als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Das aktuelle militante und aggressive Vorgehen palästinensischer Gruppierungen gegen die Verlegung der US-Botschaft sei jedoch durch nichts zu rechtfertigen. Der Fraktionschef der Demokraten im Senat betont das Recht eines jeden Staates, seine Hauptstadt selbst festzulegen.

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