Gewalt: Weitere Eskalation in Israel vor Jubiläum und US-Botschaftseinweihung befürchtet

US-Einrichtungen sollten am Montag gemieden werden.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember in einem historischen Alleingang Jerusalem einseitig als Israels Hauptstadt anerkannt und die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv angekündigt. Es ist der 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels.

Rund 800 geladene Gäste sollen bei der Botschaftseinweihung anwesend sein, darunter Abgeordnete aus Washington, Vize-Außenminister John Sullivan sowie Präsidententochter Ivanka Trump und ihr Mann Jared Kushner. Zunächst wird nur das bisherige Konsulats- zum Botschaftsgebäude umgewandelt. Der Bau einer neuen Botschaft wird erst in einigen Jahren erwartet. Sie gedenken dabei Hunderttausender, die während des 1. Nahostkrieges 1948 flohen oder vertrieben wurden. Palästinenser haben eine Kundgebung in Ramallah im Westjordanland wegen des Tages der Nakba (Katastrophe) angekündigt. Auch dann wird noch mit Protesten gerechnet. Sie laufen dabei traditionell auch durch das muslimische Viertel in der Altstadt. Die Palästinenser reklamieren den Ostteil Jerusalem als ihre Hauptstadt. Für den Gaza-Streifen bestehe eine Teilreisewarnung. Ein Palästinenser sei erschossen, mehr als 150 seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza. Sie verbrannten demnach Reifen und warfen Steine in Richtung der Grenzanlage und der Soldaten.

Der Abschluss des sogenannten "Marsches der Rückkehr" ist am 15. Mai geplant. Bislang galt der internationale Konsens, dass der Status Jerusalems erst in Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern zu klären sei. Israel lehnt das ab. Damit stieg die Zahl der seit Ende März an der Grenze zum Gazastreifen von der israelischen Armee getöteten Palästinenser auf 53.

Der Präsident von Guatemala, Jimmy Morales, kündigte an, dass die Botschaft seines Landes bereits am 16. Mai umziehen wird. Einheiten der israelischen Polizei seien rund um die Botschaft im Einsatz, heißt es in Jerusalem. Zudem werde dort ein tschechisches Kulturzentrum eingerichtet.

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