Immer wieder Diesel-Ärger: Bundesamt ruft offenbar 60.000 Porsche zurück

Betroffen sind die Modelle Macan und Cayenne. Nachdem das Kraftfahrtbundesamt (KBA) jetzt eigene Messungen bei den Fahrzeugen vorgenommen hat, gibt es mit Blick auf mögliche Abschalteinrichtungen Gewissheit.

Porsche hatte im Januar schon einmal mitgeteilt, dass in Abstimmung mit dem KBA an Software-Updates für die genannten Modelle gearbeitet werde und die Autos nach Freigabe in die Werkstätten gerufen werden sollen.

Dem "Spiegel" und dem Bayerischen Rundfunk zufolge sind weltweit rund 60.000 manipulierte Porsche von dem Rückruf betroffen. Beide Modelle halten ihren Papieren zufolge die Grenzwerte der Euro-6-Norm ein. "Aufgrund der eingebauten Abschalteinrichtungen könne es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten NOx-Emissionen kommen".

Den Angaben zufolge handelt es sich um die Modelle Macan 3,0 Liter und Cayenne 4,2 Liter. Beim Macan fanden KBA-Prüfer dem "Spiegel" zufolge gleich fünf illegale Abschalteinrichtungen, die bewirken, dass die Abgasreinigung nur im Labor voll funktioniert.

VW-Friedhof USA
REUTERS Lucy NicholsonVW-Friedhof? 350.000 Autos auf riesigen Flächen in USA abgestellt

Vor einigen Wochen musste Audi Fahrzeuge der Baureihen A6 und A7 Sportback mit Dieselmotoren zurückrufen, weil die Behörden illegale Abschalteinrichtungen entdeckt hatten.

"Aufgrund der vom KBA aufgefundenen illegalen Abschalteinrichtungen und des danach angeordneten verpflichtenden Rückrufs der betroffenen Modelle stehen nunmehr die notwendigen Tatsachen zur Verfügung, die Schadenersatzansprüche für die betroffenen Porschekunden begründen", sagt Rechtsanwalt Heiko Müller, Partner der Kanzlei MÜLLER SIEDEL VOS aus Köln und verweist auf eine Vielzahl von Urteilen (www.diesel-kläger.de/urteile), die gegen Volkswagen wegen illegaler Abgasmanipulationen an dem berüchtigten VW-Motor EA189 ergangen sind. Dies haben ebenfalls zahlreiche Gerichte bestätigt und festgestellt, dass eine unzulässige Abschalteinrichtung einen Mangel am Fahrzeug darstellt, der zum Rücktritt vom Kaufvertrag berechtigt.

Wer sich aktuell für einen neuen Porsche-SUV mit Diesel-Motor interessiert, der kann lange suchen.

Porsche erklärte laut "Spiegel", bereits im Februar die Behörden über "Unregelmäßigkeiten" informiert zu haben. In Tests sprang dann eine "Aufwärmstrategie" an, die im realen Verkehr nicht aktiviert wurde. Porsche selbst produziert keine. Beide wurden mit Umweltprämien von bis zu 10.000 Euro beworben, wenn Kunden den Wagen kaufen und ihren alten Diesel dafür verschrotten lassen.

Ausgabe: