Klima-Gipfel in Wien: Appelle für mehr Klimaschutz

Arnold Schwarzenegger wwar beim Umweltgipfel seiner Klimaschutzinitiative R20 wieder persönlich anwesend und konnte dort auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres begrüßen. "Man muss aufzeigen, was bereits hier und jetzt passiert", erinnerte der Ex-Gouverneur an die Millionen Menschen, die jährlich aufgrund der Luftverschmutzung sterben. "Das sind mehr Tote als durch Aids, als durch Tuberkulose", sagte der 70-Jährige, "mehr als durch Kriege getötet werden", unterstrich er die Dringlichkeit eines raschen Handelns. Zu oft würde man sich in die Opferrolle begeben und so tun, als ob man den Kampf gegen die fossilen Energien verlieren würde.

Die Veranstaltung im Festsaal war vor diesen Worten mit Unterstützung der Wiener Sängerknaben eröffnet worden - erst auf der Videowall, wo sie in einem riesigen Ozean in einem Boot rudernd gezeigt wurden - Stichwort "Anstieg der Meeresspiegel" - und anschließend live mit einem kurzen Bühnenauftritt, ehe die insgesamt vier Hauptredner ans Pult traten.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) startete nach einem ungeplanten, regierungskritischem Statement der NGO "System Change, not Climate Change" mit leichter Verspätung. "Das zeigt, dass Klimaschutz ein Thema ist, das bewegt", lautete der Kommentar des Kanzlers auf die Aktion. Es gehe nicht um Wachstum oder Nachhaltigkeit, sondern um "nachhaltiges Wachstum". Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, eine Allianz mit anderen Mitgliedstaaten zu bilden und einen CO2-Mindestpreis auf EU-Ebene einzuführen. "Jeden Tag sehe ich die Probleme der Welt, aber keines ist so groß wie der Klimawandel".

Unter anderem werden auch UN-Friedensbotschafterin Jane Goodall, Bundeskanzler Kurz und Bundespräsident Alexander Van der Bellen beim "Austrian World Summit" mitdiskutieren. Der Umstieg von fossilen auf CO2-neutrale Energien sei "nicht weniger als eine neue industrielle Revolution".

Ebenso wurde die Finanzierung und konkrete Umsetzung von Klimaprojekten diskutiert. Die österreichische Klimastrategie solle ein Vorbild für die EU werden.

Zahlreiche weitere Fachdialoge standen beim "Austrian World Summit" noch am Programm, die "R20 Movie Night" im Gartenbaukino beendet dann den zweiten Gipfel in Wien. Dieser Mindestpreis sollte einerseits neben dem Emissionshandel eingeführt werden und zugleich so hoch sein, dass die gewünschten Lenkungseffekte eintreten. Mit den lukrierten Geldern würden zudem Investitionen in den Klimaschutz ermöglicht.

Auch Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger plädiert anlässlich des Gipfels gemeinsam mit der französischen Staatssekretärin Brune Poirson dafür, europaweit und international zu agieren.

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