OPCW: Chlorgas wahrscheinlich im Februar in Syrien eingesetzt

Die Organistation für ein Verbot chemischer Waffen hat den Einsatz von Giftgas bei einem Angriff in Syrien im Februar bestätigt. Proben in der Umgebung des Stadtviertels Al Talil, Zeugenaussagen und Symptome von Krankenhaus-Patienten kurz nach dem Angriff am 4. Februar bestätigen laut OPCW den Einsatz von Chlorgas.

Die Organisation verweist auf zwei Zylinder, die zuvor Chlorgas enthalten hätten. Die Spurensuche sei äusserst schwierig gewesen, berichten die Experten.

Auch in den Folgewochen war die syrische Regierung beschuldigt worden, bei der Rückeroberung der Rebellenhochburg Ost-Ghuta mehrfach Giftgas eingesetzt zu haben. Solche Taten widersprächen dem einstimmigen Verbot chemischer Waffen, wie es in der Chemiewaffen-Konvention festgeschrieben sei. Nach Angaben von Helfern und Ärzten waren allein bei diesem Angriff mehr als 40 Menschen getötet worden.

Der Bericht der Organisation zum mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen im April in Duma ist noch nicht veröffentlicht worden.

Chlorgas kann tödlich sein - es fällt aber nicht nach allen Definitionen in den Bereich der chemischen Waffen. Die Organisation hat kein Mandat, Verantwortliche für den Einsatz von verbotenen Chemiewaffen festzustellen. Die USA, Frankreich und Großbritannien bombardierten in Reaktion auf den Angriff mehrere syrische Militärbasen und angebliche Giftgasfabriken.

Bei Labortests seien Spuren der Chemikalie gefunden worden, erklärte die OPCW am Mittwoch.

Syrien war nach einem Giftgasangriff 2013 unter starkem internationalen Druck der OPCW beigetreten und hatte der Vernichtung seiner Chemiewaffen zugestimmt.

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