Preis der Gastfreundlichkeit: Ecuador legt Ausgaben für Schutz von Julian Assange offen

Das Verhältnis zwischen Assange und seinen ecuadorianischen Gastgebern verschlechterte sich demnach auch, weil der Wikileaks-Gründer sich Zugang zum internen Netzwerk der Botschaft verschaffte.

Ecuador hat nach Informationen des "Guardian" ein millionenschweres Überwachungsprogramm für Wikileaks-Gründer Julian Assange in seinem Londoner Botschaftsexil aufgelegt. Das meldet die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch) unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen, die sie gemeinsam mit dem britischen "Guardian" und dem ecuadorianischen Magazin "Focus" habe einsehen können.

Eine Sicherheitsfirma sei damit beauftragt worden, Assanges Aktivitäten in der Botschaft zu überwachen und zu dokumentieren, wen er zu Besuch empfing. Dafür sei für umgerechnet 3200 Euro im Monat eine Wohnung nahe der Botschaft angemietet worden. Das Geld dafür stammt aus einem Sonderetat des Geheimdiensts, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Aber auch Assange selbst sei eine Gefahr, der offenbar sehr darunter leide, das Gebäude seit 2012 nicht verlassen zu dürfen.

Assange hatte sich 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, umsich vor einer seiner Meinung nach drohenden Auslieferung an die USA zuschützen.

Der Australier befürchtet, an die USA überstellt zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und womöglich sogar die Todesstrafe droht. Die von ihm mitgegründete Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 geheime Dokumente des US-Militärs veröffentlicht. Scotland Yard kündigte dennoch an, Assange festzunehmen, sobald er die Botschaft verlässt. Die britischen Behörden werfen ihm vor, seine Kautionsauflagen verletzt zu haben, als er in die Botschaft flüchtete.

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