Proteste in der Türkei zu Massakern im Gazastreifen

Zuvor hatten die langjährigen Verbündeten ihre Botschafter schon einmal abgezogen, nachdem israelische Soldaten eine türkische Hilfsflotte für den Gazastreifen gestürmt und zehn türkische Aktivisten getötet hatten.

Der Franzose erinnerte an die Missbilligung seines Landes für die amerikanische Entscheidung zur Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem. "Israel ist ein Terrorstaat", sagte Erdoğan am Montag in einer Rede vor türkischen Studenten in London.

Die israelische Armee, die mit tausenden Soldaten am Grenzzaun zum Gazastreifen und im Westjordanland im Einsatz war, rechnete am Dienstag mit neuer Gewalt und warnte die Demonstranten: "Jede terroristische Aktivität wird eine entschlossene Reaktion hervorrufen".

Nach jüngsten Angaben kamen bei den Zusammenstößen im Gazastreifen 61 Palästinenser ums Leben.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte das Vorgehen der israelischen Armee als "eine schändliche Verletzung des Völkerrechts und der Menschenrechte im Gazastreifen". Der palästinensische Gesundheitsminister Dschawad Awad warf Israel ein "Massaker an unbewaffneten Demonstranten" vor. Am Wochenende hatte Hamas-Chef Ismail Haniyeh Kairo mit leeren Händen verlassen müssen, nachdem Gespräche über Erleichterungen für Gaza gescheitert waren.

Jerusalem gilt als eine zentrale Streitfrage im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Zehntausende Palästinenser hatten an der Grenze zu Israel gegen die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem protestiert.

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hat indes die Teilnahme des österreichischen Botschafters in Israel, Martin Weiss, an einem Empfang des israelischen Außenministeriums vor der Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem verteidigt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verhängte eine dreitägige Trauer. Die Palästinenser erheben Anspruch auf den Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft sollte der Status der Stadt erst in gemeinsamen Friedensgesprächen zwischen Israel und Palästinenser festgelegt werden.

Hinter den Kulissen haben ägyptische Sicherheitsbehörden am Dienstag weiter mit der Hamas und Israel verhandelt. "Die israelische Regierung hat das Recht und sie hat die Pflicht, sowohl (.) die Sicherheit ihrer Bürger, als auch die Sicherheit ihrer Grenzen zu schützen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Der Hamas warf er vor, sie lege es auf eine Eskalation der Gewalt an.

Ungeachtet internationaler Kritik wollte nach den USA auch Guatemala am Mittwoch seine neue Botschaft in Jerusalem eröffnen.

Israelische Soldaten erschossen mindestens 55 Menschen, rund 2800 weitere Menschen wurden verletzt, etwa die Hälfte davon durch Schüsse, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte.

Eine unabhängige Untersuchung der gewaltsamen Vorfälle an der Gaza-Grenze wird es jedenfalls nicht geben.

Diese Nachricht wurde am 16.05.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Israel lehnt das ab.

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