Russland-Sperre für ARD-Journalist: Jetzt greift Merkel ein

Nachdem er zuletzt in Russland zur "unerwünschten Person" erklärt worden war, erhält der ARD-Dopingexperte nun doch ein Visum für die Fußball-WM im kommenden Sommer. Schon sieht sich die Bundesregierung gezwungen, Russland für die Entscheidung zu tadeln und offiziell eine Einreise für Seppelt zu fordern. Oder doch? Die vielen Journalisten, die ohne Restriktionen einreisen dürfen, sollten sich jetzt einfach dem Thema Fußball und Doping widmen und immer wieder intensiv darüber berichten. Seppelt steht auf einer Liste der in Russland "unerwünschten Personen". "Wir sind der Überzeugung, es stünde Russland als Gastgeber schlecht an, wenn es so offensichtlich die Presse- und Meinungsfreiheit vor den Augen der Welt beschnitte". Nach Druck der Bundesregierung lenkt die Regierung in Moskau ein.

Die FIFA betonte am Montag, sie habe dem Akkreditierungsgesuch Seppelts zugestimmt. Der Weltfußballverband warte nun auf Informationen aus Russland, sagte ein Sprecher. Die freie Berichterstattung über eines der größten Sportereignisse weltweit müsse gewährleistet werden.

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"Es muss ein Gespräch mit dem russischen Außenminister geben!"

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Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) nahm ebenfalls ausführlich Stellung.

Offenbar war nicht nur appelliert worden, sondern hinter den Kulissen konkret um eine Rücknahme des Einreiseverbots für den ARD-Journalisten gearbeitet worden. Der Senderverbund verliere einen wichtigen Journalisten für die Recherche vor Ort. Er hatte unter anderem ein staatlich organisiertes Dopingsystem in Russland aufgedeckt.

Für den Sportjournalisten selbst liegt der Grund für die Massnahme auf der Hand. Er trug damit maßgeblich dazu bei, das russische Doping-System aufzudecken.

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