Schon in der Steinzeit gab es Hepatitis B

Hepatitis B gehört zu den am weitesten verbreiteten Infektionen weltweit. Und seit dem Mittelalter hat es sich erstaunlich wenig verändert. Forscher der Universität Kiel haben nun herausgefunden, dass die Erreger von Hepatitis B schon vor 7000 Jahren in Europa zirkuliert haben. Das Erbgut solcher Viren habe sich in Zahnproben von Steinzeitskeletten aus Karsdorf in Sachsen-Anhalt gefunden, teilt die Universität Kiel mit. Die Funde stellten die ältesten bislang genetisch nachgewiesen viralen Krankheitserreger dar.

Die Ergebnisse der Studie, bei der unter anderem auch Forscher des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena mitarbeiteten, werden im Fachjournal eLIFE veröffentlicht werden.

Der Hepatitis-B-Erreger zählt mit rund 250 Mio. infizierten Menschen als am weitesten verbreitetes Virus der Welt. Bei dreien fand das internationale Team Hepatitis-B-Stämme und konnte die Genome rekonstruieren, wie die Kieler Uni weiter berichtete. Die Krankheit wird durch Blut oder beim Sex übertragen. Die Genome der mittelalterlichen und der Viren aus der Steinzeit unterscheiden sich.

Demnach ähnelt die Struktur des mittelalterlichen Virus noch immer den Stämmen heutiger Hepatitis-B-Erreger. "Letztlich hilft das Entdecken und Verstehen der Entwicklung von Viren der Medizin".

Die steinzeitlichen Erreger hingegen seien heute vermutlich ausgestorben, hieß es. In vielen Fällen ist eine medikamentöse Therapie mittlerweile erfolgreich. Und die Menschen damals trieben es wild: Forscher belegten 2013, dass in der Steinzeit sogar Verwandte Sex miteinander hatten.

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