Schwarzer Block: Polizei fahndet öffentlich nach 101 Verdächtigen

Die Soko "Schwarzer Block" werde erneut Fotos von mutmaßlichen Tätern ins Internet stellen, teilte die Polizei mit. 35 der 107 gesuchten Verdächtigen und damit knapp ein Drittel seien identifiziert worden. Bei normalen Fahndungen dieser Art liege die Erfolgsquote bei fünf bis zehn Prozent, erklärte Zill. Bereits am ersten Tag nach Veröffentlichung sei 2,5 Millionen Mal auf die Internetseite zugegriffen worden, insgeamt seien es inzwischen 3,8 Millionen Klicks.

101 neue Bilder von Tatverdächtigen wurden veröffentlicht. Tausende Gipfelgegner griffen Polizisten an, setzten Autos in Brand und plünderten Geschäfte. 91 Fotos seien an die Behörden anderer EU-Länder weitergegeben worden. Nachdem die Polizei erstmals im Dezember Fotos von Randalierern veröffentlichte, läuft jetzt die zweite große Fahndung an.

Eine Öffentlichkeitsfahndung wird eingeleitet, wenn die Polizei bei erheblichen Straftaten erfolglos ermittelt hat und hofft, so Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten, die zur Festnahme der Verdächtigen führen.

Hinzu kommen noch 450.000 Stunden Videomaterial der Hochbahn, die ausgewertet werden müssen - eine Mammut-Aufgabe!

Oberstaatsanwalt Michael Elsner: "Es gelang dabei weitere Ermittlungsansätze zu gewinnen und Personen zu identifizieren".

Staatsanwalt Elsner betonte, dass das Mittel der Öffentlichkeitsfahndung in der Strafprozessordnung vorgesehen sei. In den übrigen Fällen dauerten die Ermittlungen an.

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