Statistisches Bundesamt: Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2018 um 0,3% gestiegen

Die Bundesagentur für Arbeit ermittelte im April 5,3 Prozent Arbeitslosenquote, -0,2 Prozentpunkte weniger als im März. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2018 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit.

Getragen wurde das Wachstum unter anderem durch privaten Konsum sowie durch den anhaltenden Bauboom. Das Niveau des Vorjahresquartals überstieg das BIP damit kalenderbereinigt um 2,3 (viertes Quartal: 2,9) Prozent.

Die Statistiker wiesen aber auch darauf hin, dass die Wirtschaft anhaltend wachse. Mal in Folge im Vergleich zum Vorquartal gestiegen; das ist die längste Aufschwungphase seit 1991. Zudem schwächten sich die Konsumausgaben des Staates erstmals seit knapp fünf Jahren ab und dämpften das Wirtschaftswachstum. Nach Angaben des Bundesamtes waren sowohl die Exporte als auch die Importe im Vergleich zum Vorquartal rückläufig.

Ökonomen hatten mit einer Abschwächung des Wachstums gerechnet. "Wir betrachten die eher verhaltene wirtschaftliche Entwicklung zu Jahresbeginn als eine temporäre Wachstumsdelle und nicht als den Beginn einer längeren Wachstumsabschwächung", erklärten beispielsweise Allianz-Volkswirte. Insgesamt hatten 44,3 Millionen Personen ihren Arbeitsort in Deutschland, 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Jobmotoren sind laut Statistischem Bundesamt vor allem Dienstleister, etwa für Unternehmen - 131.000 Arbeitsplätze mehr (+ 2,2 Prozent), für Öffentliche Dienstleistungen, Erziehung, Gesundheit wurden 210.000 Leute eingestellt (+ 1,9 Prozent).

Auch die Bundesregierung erwartet eine Fortsetzung des kräftigen Wirtschaftswachstums in Europas größter Volkswirtschaft. Es war das stärkste Plus seit sechs Jahren.

Die deutsche Wirtschaft hat zum Jahresbeginn etwas an Schwung verloren. "Hierin liegt tatsächlich ein Konjunkturrisiko - ja letztlich sogar ein Risiko für Wachstum und Wohlstand", sagte der Notenbankchef jüngst.

Für Unsicherheit sorgte zuletzt auch die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA.

Damit bleibt der Euro-Raum konjunkturell hinter den USA zurück, deren BIP zu Jahresbeginn um 0,6 Prozent zulegte. Eine BIP-Wachstumsrate von spürbar über zwei Prozent im Jahresdurchschnitt wird damit schwierig zu erreichen.

Artikel wurde um 11.10 MSZE aktualisiert.

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