Vorstandschef und Aufsichtsrat gestehen Diesel-Fehler ein

Zugleich bestritt die Spitze des Autobauers aber jede Absicht. "Noch in diesem Jahr werden wir den iNext als Visionsfahrzeug zeigen", sagte Vorstandschef Harald Krüger laut Redetext am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München. Reithofer sprach von einem handwerklichen, menschlichen Fehler, der dazu geführt habe, dass die Abgaswerte auf dem Prüfstand niedriger gewesen wären als auf der Straße. Mit einer gezielten Manipulation habe das nichts zu tun.

Im März hatte das Kraftfahrtbundesamt den Rückruf der Autos wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet.

BMW wartet laut Krüger jetzt auf die Genehmigung der Behörden, um die korrigierte Software aufzuspielen.

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte, BMW habe "einen Streifschuss" in der Dieselkrise abbekommen. Wie andere gratulierte auch Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger dem Management zu den guten Zahlen. Einig waren sich die Aktionärsvertreter in ihrem Lob für die Rekordzahlen des vergangenen Jahres, mit 5000 zusätzlichen Arbeitsplätzen, 88,6 Milliarden Euro Umsatz und 8,7 Milliarden Euro Gewinn: "Das haben Sie toll gemacht!" sagte Bergdolt. Und doch gab es - wie auch in den Jahren zuvor - Kritik an der Ausschüttungsquote von etwa 30 Prozent. Mit einem großen Aber - und einem herben Seitenhieb auf den Konkurrenten VW. Krüger beklagte, harte Regulierungen seien heute populär. "Zur Wahrheit gehört auch: Das Handeln einiger Hersteller hat der gesamten Branche geschadet", sagte Krüger. 2018 will BMW mindestens 140.000 elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen, bekräftigte Krüger. Für das autonome Fahren "brauchen wir einheitliche Regeln und überall in der EU den 5G-Mobilfunkstandard".

Krüger zeigte zudem einen ersten Ausblick auf den BMW iNext, das autonom fahrende und elektrisch angetriebene Technologie-Flaggschiff, das 2021 auf demn Markt kommen soll.

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