Wegen Vergewaltigung angeklagt: Harvey Weinstein festgenommen

Mehr als 70 Frauen beschuldigten ihn des sexuellen Missbrauchs.

Dunkles Jackett, weißes Hemd, blauer Pullover, mehrere Bücher unter dem Arm und blass im Gesicht: So erscheint Harvey Weinstein am Morgen um kurz nach 7.00 Uhr vor einer Wache der New Yorker Polizei im Süden Manhattans. Dutzende Medienleute und Schaulustige standen vor dem Gebäude.

Gegen Zahlung von einer Kaution in Höhe von einer Million Dollar in bar ist er wieder auf freiem Fuß, allerdings mit GPS-Überwachungsgerät.

Die Entscheidung, gegen Weinstein zu klagen, sei ihr sehr schwer gefallen, sagte Evans gegenüber dem "New Yorker". Daraufhin werde er einem Richter zur offiziellen Verlesung der Anklage vorgeführt. Weinstein würden Vergewaltigung und ein krimineller sexueller Akt vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Aber auch wenn Weinstein vor Gericht gestellt werde, wäre es bis zu einer Verurteilung wegen sexueller Übergriffe noch ein weiter Weg, sagte die Strafverteidigerin und Ex-Staatsanwältin Julie Rendelman. Ähnliche Ermittlungen wie in New York laufen auch in Los Angeles und London. Es soll um unanständige Berührungen oder anzügliche Bemerkungen gehen, die aber wohl nicht vergleichbar sind mit Weinsteins Verfehlungen.

Der amerikanische Filmproduzent Harvey Weinstein hat sich in New York der Polizei gestellt und ist wegen Vergewaltigung angeklagt worden. Weinstein selbst räumte zwar Fehlverhalten ein, wies die Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex jedoch zurück. Die von ihm gegründete Filmfirma hatte den Produzenten nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Oktober 2017 entlassen, seine Frau hat sich inzwischen von ihm scheiden lassen. Die Ermittler wollen unter anderem herausfinden, ob der 66-Jährige etwa Frauen dazu gebracht habe, über Staatsgrenzen hinweg zu reisen, um sie belästigen zu können. Brafman hatte schon den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, vor einer Verurteilung wegen eines sexuellen Übergriffs auf ein Zimmermädchen im Jahr 2011 bewahrt.

Rose McGowan (44) kann nicht fassen, dass Hollywood-Mogul Harvey Weinstein (66) sich tatsächlich wegen Vergewaltigung vor einem Gericht verantworten muss. Eine unter den Schlagworten #MeToo und #TimesUp bekannt gewordene Bewegung entstand, die sich in weitere Branchen und Länder ausbreitete.

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