Werteunterricht für alle Kinder Land forciert Ethik in den Schulen

Eigentlich hatte sich Grün-Schwarz bei den Nebenabreden zum Koalitionsvertrag darauf geeinigt, den Ausbau des Ethikunterrichts bereits zum laufenden Schuljahr auszubauen. Dafür soll die Wertevermittlung mit dem Schuljahr 2019/2020 in Klasse 7 beginnen.

An den Realschulen und Gemeinschaftsschulen nehmen mittlerweile knapp ein Drittel der Schüler nicht am Religionsunterricht teil.

Der Ethikunterricht soll schrittweise ausgebaut werden (Symbol). An den Gymnasien sind es knapp ein Viertel und an den Werkreal- und Hauptschulen sogar mehr als die Hälfte.

Angesichts der wachsenden Anzahl an konfessionsfreien Schülerinnen und Schülern übernehme der Ethikunterricht eine bedeutende Aufgabe in der Werteerziehung: "Schülerinnen und Schülern, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, müssen wir eine Alternative bieten".

"Gemeinsam über unserer Normen und Werte zu sprechen, ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), selbst einst Ethiklehrer am Gymnasium. Auch Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnähmen, müssten "Orte haben, an denne sie über elementare philosophische Fragen diskutieren können".

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erwartet, dass "Ethikunterricht an den Grundschulen noch in dieser Wahlperiode eingeführt wird".

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) verwies darauf, dass der Anteil der Schüler ohne kirchliche Bindung stetig wachse. Das Landesinstitut für Schulentwicklung erarbeite derzeit die Bildungspläne.

Die Landesregierung habe sich zwei Jahre Zeit gelassen, die Einführung käme später als versprochen. Die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz sagte, "Politiker, die in populistischen Debatten Werteunterricht fordern, aber nicht einmal genug Geld dafür ausgeben wollen, dass alle Schüler in unserem Land Ethikunterricht erhalten, sind unglaubwürdig". Ziel sei es, zum Schuljahr 2022/2023 die Ausweitung des Ethikunterrichts an den Grundschulen nahtlos fortzusetzen. Ethik sei bislang für das Grundschullehramt weder Studien- noch Prüfungsfach. "Für die demokratisch-plurale Gesellschaft ist der Ethikunterricht notwendig", betonte Dan Peter, Kirchenrat der Evangelischen Landeskirche Württemberg, am Dienstag in Stuttgart.

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