Aids-Test für zuhause: HIV-Selbsttests sollen frei zugänglich werden

Sollte die Verordnung auch im Bundesrat Zustimmung erhalten, sind die HIV-Selbsttests ab Herbst frei verkäuflich. "Er kann auch jene erreichen, die sich sonst nicht testen lassen würden", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das Gesundheitsministerium will gesetzlich regeln, dass ab Herbst der Verkauf der Tests möglich ist. Die Deutsche AIDS-Hilfe spricht sich für die Legalisierung von HIV-Selbsttests in Deutschland aus. Bis jetzt dürfen in Deutschland HIV-Schnelltests nur an Ärzte, Krankenhäuser, Gesundheitsämter, medizinische Laboratorien oder Beratungsstellen abgegeben werden.

Die Deutsche Aids-Hilfe begrüßte den Vorstoß von Minister Spahn. Der Test soll dazu beitragen, dass mehr Menschen möglichst früh von ihrer Infektion erfahren und mit einer Therapie beginnen. Andere schöben den Test vor sich her.

Das Angebot, den HIV-Test selbst zu Hause durchzuführen, könne die Hemmschwelle senken, sagte Urban. Je früher Betroffene die Diagnose kennen würden, desto früher könnten sie behandelt werden.

So betonte Dr. Hans Jäger, München, anlässlich der 17. Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage im März, dass man angesichts von jährlich circa 3000 Neuinfektionen und einer Dunkelziffer von geschätzt rund 14.000 unwissentlich HIV-Infizierten in Deutschland dringend "neue Instrumente benötige, mit denen die Menschen erreicht würden". Insgesamt leben hierzulande damit rund 88.400 Menschen mit HIV oder Aids.

Ein HIV-Test empfiehlt sich immer, wenn eine Übertragung stattgefunden haben könnte. In Österreich darf seit Juni ein HIV-Selbsttest in Apotheken gekauft werden.

Der Verfahren aus der Apotheke funktioniert ähnlich wie ein Blutzucker-Check bei Diabetikern. Nach einem kleinen Pieks in den Finger wird der Blutstropfen auf ein Stäbchen aufgetragen. Nach kurzer Zeit zeigt sich das Ergebnis in Linienform. Bei zwei Linien liegt eine HIV-Infektion vor. "Der HIV-Selbsttest ist ein Meilenstein beim Kampf gegen Aids".

"Schätzungsweise 13.000 Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer HIV-Infektion", warnte Spahn. Dabei nehmen Menschen, die nachweislich keine HIV-Infektion haben, Medikamente gegen das HI-Virus ein, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Vor allem schwule Männer griffen in Deutschland auf die HIV-Prophylaxe "PrEP" zurück.

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