Auch Kanada legt im Handelsstreit mit Trump Beschwerde bei WTO ein

Nach der Europäischen Union reichte auch Kanada bei der Welthandelsorganisation WTO Klage gegen die Sonderzölle auf Stahl und Aluminium ein.

Präsident Donald Trump hatte die Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium bereits im März verhängt, die EU und die amerikanischen Nachbarländer Kanada und Mexiko aber zunächst davon ausgenommen. "Kanada wird eng mit der Europäischen Union zusammenarbeiten", teilte Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland mit. "Dies ist eine sehr starke Aktion als Antwort auf eine sehr schlechte US-Entscheidung".

Die US-Sonderzölle auf Einfuhren von Stahl (25 Prozent) und Aluminium (10 Prozent) aus der EU traten am Freitagmorgen in Kraft. Von einem tiefen Einschnitt im G7-Bündnis der sieben führenden westlichen Industriestaaten war bei Teilnehmern die Rede. Dies würde vor allem deutsche Hersteller treffen. Die EU-Vergeltungszölle sollen nach einer bereits Mitte Mai bei der WTO vorsorglich eingereichten Liste nach einer 30-Tages-Frist ab 18. Juni auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans oder Tabakprodukte erhoben werden. Die kanadische Regierung will diese auf US-Waren im Wert von 16,6 Milliarden Dollar (knapp elf Milliarden Euro) aufschlagen.

Die Vereinigten Staaten verhandeln derzeit mit Kanada und Mexiko über eine Neufassung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens, das Trump am Freitag erneut als "schrecklichen Deal" bezeichnete. Doch ähnlich wie die EU wollen sich auch Mexiko und Kanada in der Frage nicht spalten lassen und den USA gemeinsam die Stirn bieten. Bei den festgefahrenen Verhandlungen über eine Nafta-Reform brachte Trump nun einzelne bilaterale Abkommen mit den beiden Ländern ins Spiel. Die von der Regierung in Washington verhängten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte auch aus Kanada und Mexiko hatten das Verhandlungsklima zuletzt jedoch schwer belastet.

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier rief die Europäer dazu auf, im Handelsstreit mit den USA "geschlossen und selbstbewusst" zu handeln. Es wurde 1992 unterzeichnet und trat mit Beginn des Jahres 1994 in Kraft.

Auslöser für Trumps Rundumschlag ist, dass er die US-Interessen untergraben sieht durch billigere Angebote der ausländischen Konkurrenz. "Da ist eine realistische Chance, dass die Staats- und Regierungschefs spürbare Fortschritte erzielen, wenn sie sich nächste Woche treffen", betonte Hammond. "Die unmittelbaren Auswirkungen der jetzigen Beschlüsse sind meines Erachtens begrenzt". Eine weitere Eskalation könne aber Auswirkungen auf Verbraucher und Unternehmen haben.

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