Bericht: Trump bereitet Verhängung der Strafzölle auf Stahl und Aluminium vor

25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium müssen europäische Unternehmen nun zahlen.

Die EU wird nun ihrerseits mit Vergeltungszöllen reagieren. Gleichzeitig warnte sie vor einer Eskalation im Handelsstreit.

Volkswagen erklärte, es stehe zu befürchten, dass die Strafzölle auf Stahl und Aluminium "den Auftakt für eine Negativentwicklung von Maßnahmen und Gegenmaßnahmen darstellt", an deren Ende es keinen Gewinner geben werde.

Der Autozulieferer Continental sagte, gute Handelsbedingungen seien von entscheidender Bedeutung. Einige Staaten wurden von den Zöllen jedoch zunächst vorläufig ausgenommen, darunter neben den Mitgliedern der Europäischen Union unter anderem Kanada und Mexiko.

Am Donnerstag hat Brüssel rasch und scharf auf die Ankündigung aus Amerika reagiert.

Ein schlechter Tag für den Welthandel.

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EU-Kommissionspräsident Juncker sagte, die EU sei weiter der Auffassung, die Zölle seien nicht gerechtfertigt und verstießen gegen die Regeln der Welthandelsorganisation.

So hatte die Regierung in Washington zuletzt auch die Ausnahmen für Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus Europa auslaufen lassen. Darum haben die US-Strafzöllen, die für Schweizer Firmen bereits galten, bisher wenig Schaden angerichtet, sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Tobias Bossard: "Das könnte sich aber ändern, wenn die EU ebenfalls Gegenmassnahmen einführt - denn diese gelten dann auch für Schweizer Firmen". Davon werde abhängen, in welchem Umfang Gegenzölle verhängt würden. Gemäss einer bereits bei der Welthandelsorganisation WTO eingereichten Liste sollen auch auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans oder Tabakprodukte Zölle erhoben werden.

Frühestens am 20. Juni. Die Bundesregierung werde sich auch weiterhin für ein offenes und multilaterales Handelssystem einsetzen. Die Begründung, es handele sich um eine Maßnahme zur Stärkung der nationalen Sicherheit, sei so durchsichtig wie die Zielsetzung selbst. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte laut der Nachrichtenagentur AFP, Trumps Entscheidung sei illegal und ein Fehler: "Der wirtschaftliche Nationalismus führt zum Krieg". Deutschland und China hätten kein Interesse daran, "dass in der Handelspolitik die Uhren jetzt wieder zurück gedreht werden". Trump setzte eine gefährliche Spirale des Protektionismus in Gang. Die Antwort der EU werde "sehr stark und sehr geschlossen" sein. Ob es dazu kommt, müssen nun die EU-Mitgliedstaaten entscheiden.

Er wies noch einmal daraufhin, dass die EU bereit gewesen wäre, mit den USA über einen besseren EU-Marktzugang für amerikanische Unternehmen zu verhandeln.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte im ARD-"Morgenmagazin" die Geschlossenheit der Europäer gegenüber Washington. Die Entscheidung verstoße gegen das internationale Handelsrecht, sagte Macron am Donnerstagabend laut Nachrichtenagentur AFP. "Wir dürfen uns nicht erpressen lassen", forderte er. US-Präsident Donald Trump wiederum hat neben den Metall-Zöllen auch Zölle auf ausländische Autos ins Spiel gebracht. So gab der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen am Freitag um 0,14 Prozent auf 22.171 Punkte nach. Unter dem Strich geht es nach EU-Berechnungen um 1,6 Milliarden US-Dollar.

Inwiefern sind die Zölle eine Strafe?

Der Handelskonflikt hatte zuvor das OECD-Ministertreffen überschattet. An der Börse in Frankfurt war der Fronleichnamstag - anders als in Wien - nicht handelsfrei. Mit 12,2 Prozent aller Exporte seien die Vereinigten Staaten das für Baden-Württemberg mit Abstand wichtigste Absatzland. Der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross wies den Ansatz des Multilateralismus in Paris "als unendliches Palaver" zurück. "Wir werden nicht in irgendwelche Verhandlungen eintreten", sagte sie.

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