Brand in Produktion: Sabotage und Spionage bei Tesla

Das volle Ausmaß sei noch nicht klar, doch was der Mitarbeiter bislang zugegeben habe, sei schon "ziemlich schlecht". Der E-Auto-Pionier ist rasant gewachsen, hat aber mit Verlusten, verfehlten Produktionszielen, der Abwanderung von Führungskräften und tödlichen Unfällen mit Elektroautos zu kämpfen. Eine dritte Produktionslinie wurde in einer Art Zelt eingerichtet, aufgebaut angeblich in nur drei Wochen. Und ein Brand ist für Firmenchef Elon Musk auch recht verdächtig. Ein Mitarbeiter habe "umfassende und schädliche Sabotage" begangen, schrieb Musk den Tesla-Angestellten in einer E-Mail, die der US-Sender CNBC am Montag (Ortszeit) veröffentlichte. Investoren erhöhen seit einer Weile den Druck auf Musk.

Der Angestellte hat laut Musk unter falschen Nutzernamen direkte Änderungen an Teslas Produktionssystem vorgenommen und große Mengen hochsensibler Daten an "unbekannte dritte Parteien" weitergegeben.

Das angebliche Motiv: Der Mitarbeiter habe befördert werden wollen, doch die Beförderung blieb ihm versagt. Dabei soll herausgefunden werden, ob der Mann tatsächlich alleine und aus eigenem Antrieb gehandelt oder ob er mit Außenstehenden zusammengearbeitet hat. Es könnte aber noch weit mehr dahinter stecken, deshalb werde die Untersuchung diese Woche in aller Tiefe fortgeführt. In seiner E-Mail weist Musk seine Mitarbeiter darauf hin, dass es eine lange Liste von Organisationen gäbe, die wollen, dass "Tesla stirbt". Tesla gilt zweifellos als Elektroautopionier, die jüngsten Pläne zur Eroberung des Massenmarktes stocken aber. Nach zwischenzeitlich deutlichen Kursrückgängen lag die Aktie zuletzt aber wieder auf Rekordkurs. Laut CNBC schlug Musk vor, dass die Mitarbeiter nach Fahrlässigkeit oder Sabotage Ausschau halten sollten. Denn man schafft es nicht, das bisher günstigste Fahrzeug des Herstellers, das Model 3, in ausreichenden Stückzahlen zu produzieren. "Letzte Nacht hatten wir einen weiteren merkwürdigen Zwischenfall, der schwer zu erklären ist", heisst es darin.

Zwar war niemand in der Nähe und es hat auch keinen signifikanten Schaden am Equipment gegeben, aber das Feuer habe ausgereicht, um die Produktion für einige Stunden zu unterbrechen. Die Mitarbeiter sollten auf alles achten, das "nicht im besten Interesse unseres Unternehmens ist". Es könne sich zwar durchaus um Zufall handeln, doch: "Nur die Paranoiden überleben".

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