Das Verschwinden der Buchkäufer - Bücher

Das entspricht einem Minus von fast 18 Prozent. Selten aus einer bewussten Entscheidung heraus, häufig eher durch mehr Stress im Alltag und der Bevorzugung elektronischer Medien, wie die Studie "Buchkäufer - quo vadis?" dokumentiert. Im vergangenen Jahr lag das Umsatzminus bei 1,6 Prozent, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Der Rückgang bei den Käufern erstreckt sich über alle Generationen. Jetzt hat die Branche aber erstmals in einer umfassenden Befragung von Konsumenten nach den Ursachen geforscht - und zugleich Strategien entwickelt. Aber Bücher sind heute "kein großes Gesprächsthema" mehr, stellt die Studie fest. Ein Ergebnis der Studie: Beliebte neue Serien wie etwa bei Netflix sind zur großen Konkurrenz fürs Buch geworden. Dies wiederum erschwert den Menschen den Zugang zum Buch - und macht Nicht-Lesen generell akzeptabel. Zudem fehle den Menschen am Buchmarkt mit seiner immer noch gigantischen Flut von jährlich mehr als 70.000 Titeln die Orientierung, heißt es weiter. Doch wie können die Abwanderer nun zurückgewonnen werden? "Das Buch muss zum Kunden kommen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis. Umgekehrt könnte auch eine Buchhandlung einen Beachclub einrichten.

Das Lesen eines Buchs soll damit wieder als "emotionales Erlebnis" und Erweiterung des Horizonts wahrgenommen werden. Auch das digitale Buch ist vom Käuferstreik betroffen.

Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich hinter nahezu stabilen Umsatzzahlen tiefgreifende Veränderungen verbergen können: Trotz der Einführung von Facebook, Twitter oder WhatsApp haben die Erlöse in der Buchbranche kaum gelitten - 2002 waren es 9,22 Milliarden Euro, im vergangenen Jahr 9,13 Milliarden Euro, die Zahlen bewegten sich im gesamten Zeitraum in einem Korridor zwischen 9,1 und 9,7 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr lag dessen Anteil am Umsatz bei lediglich 4,6 Prozent - und war ebenfalls rückläufig. 2017 kauften noch 29,6 Millionen Menschen mindestens ein Buch, das sind 44 Prozent der deutschen Privatpersonen ab zehn Jahren.

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