EU-Sanktionen treffen indirekt Europol: Kaspersky Lab stoppt Zusammenarbeit mit EU-Polizei

Ein aktueller Bericht zu Cybervorfällen fordert ein Verbot von Software des russischen Entwicklers Kaspersky in EU-Behörden.

Die Resolution wurde von dem konservativen estnischen Politiker Urmas Paet eingebracht. "Es ist nicht genug, uns einfach zu verteidigen - manchmal ist es wichtig, aktiv zu werden, zum Beispiel, wenn bekannt ist, wo ein Angriff herkommt".

Gemeint ist der Rückzug aus internationalen Aktionen gegen Cyberkriminalität, bei denen Kaspersky unter anderem mit verschiedenen europäischen Polizeibehörden und Europol zusammenarbeitet und gegen Erpressertrojaner kämpft. In den USA hat man sich auf Behördenebene deshalb von Kaspersky-Software verabschiedet. Außerdem sollte die Kooperation zwischen zivilen und militärischen Akteuren in diesem Bereich verstärkt werden. Das Papier bezeichnet die Software als "bösartig". Unklar ist, ob und in welchem Umfang Kaspersky-Produkte in der EU eingesetzt werden.

"Den Gegenwind aus Brüssel kommentiert Firmengründer Eugene Kaspersky, der noch zu Sowjetzeiten am Institut für Kryptographie, Fernmeldewesen und Informatik der KGB-Hochschule ausgebildet wurde, so: "Die Entscheidung des EU-Parlaments ist gut für Cyberkriminalität in Europa".

Betroffen von der Entscheidung ist unter anderem No More Ransom - ein Internet-Portal für die Bekämpfung von Erpressungssoftware, an dem Kaspersky zusammen mit dem europäischen Polizeiamt arbeitet.

Kaspersky hat die Zusammenarbeit mit der europäischen Polizeibehörde Europol beendet und stellt sein Engagement in Europa auf den Prüfstand. Konkrete öffentliche Beweise oder gar eine "Bestätigung" wie sie im Parlamentsbericht genannt wird, gibt es aber bislang nicht.

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