Handelsstreit - Strafzölle der EU sollen von Freitag an gelten

Mit Spannung wird in Brüssel nun erwartet, wie US-Präsident Trump reagiert.

In der Türkei sind ab heute, Donnerstag, Abgaben auf US-Produkte wie Autos, Harleys, Kosmetik oder Tabak fällig. Dann werden die bereits beschlossenen Vergeltungszölle in Kraft treten, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Trump prüft deshalb nun die Verhängung von zusätzlichen Zöllen auf Autos aus europäischer Produktion.

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci erklärte, die Abgaben seien eine Reaktion auf die "nicht tragbaren" Zölle, die die USA auf Stahl erhoben haben.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erklärte: "Wir wollten nicht in diese Lage kommen". Die USA verlangen seit Anfang Juni Strafabgaben beim Stahl- und Aluminium-Import. Wegen der einseitigen Entscheidung der USA habe die EU aber keine andere Wahl. Wenn die USA ihre Zölle zurücknehmen, fielen auch die EU-Maßnahmen weg, betonte Malmström. Nach Ansicht der Europäischen Union verstößt das gegen Regeln der Welthandelsorganisation. Die EU hatte ihre Gegenzölle vorsorglich schon vor Wochen bei der Welthandelsorganisation angemeldet.

Ab Freitag gelten in der EU Vergeltungszölle auf US-Waren wie Jeans, Erdnussbutter und Motorräder im Wert von 2,8 Milliarden Dollar. Damit nimmt Brüssel insgesamt US-Waren im Wert von 6,4 Milliarden Euro ins Visier - genau der Zollwert, mit dem Washington nun Stahl und Aluminium belegt. Die würden insbesondere deutsche Hersteller treffen. Das Volumen der neuen türkischen Abgaben von knapp 267 Millionen Dollar entspreche der Belastung, die durch die neuen US-Abgaben auf türkische Produzenten zukommt.

Die Zölle auf die zweite Kategorie will die EU zunächst noch offiziell bei der WTO anfechten, bevor sie sie mit Vergeltungszöllen ausgleicht. Zugleich erhöhte Indien die Zölle auf Stahl und Eisen sowie auf Agrarprodukten aus den USA.

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