HPV-Impfung für Jungen empfohlen APOTHEKE ADHOC, 11.06.2018 11:43 Uhr

Schon ein Jahr zuvor sprach die Ständige Impkomission (Stiko) die erste Empfehlung der HPV-Impfung für Mädchen aus.

"Würden wir nur die Jungs impfen, würden wir wahrscheinlich mehr Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindern als mit der ausschließlichen Impfung der Mädchen". Das Gremium werde sich daher auf seiner Sitzung am 21. Juni zu der HPV-Impfung für Jungen beraten.

"Das wurde auch höchste Zeit!", kommentierte Nobelpreisträger zur Hausen die STIKO-Entscheidung in einem aktuellen Interview mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Der 82-jährige Krebsforscher hatte einst herausgefunden, dass humane Papillomviren Gebärmutterhalskrebs auslösen und dafür 2008 den Nobelpreis für Medizin erhalten. Krebsformen im Mund- und Rachenraum und am Darmausgang sowie die sogenannten Genitalwarzen können ebenfalls durch eine Infektion mit dem HP-Virus verursacht werden.

Im Anschluss prüft der Gemeinsame Bundesausschuss binnen drei Monaten die Kostenübernahme seitens der Kasse
Im Anschluss prüft der Gemeinsame Bundesausschuss binnen drei Monaten die Kostenübernahme seitens der Kasse

Die Impfung gegen HPV ist darum eine echte Krebsprävention. Daher ist bislang nur ein verschwindender Bruchteil der Jungen gegen die krebserregenden HPV geschützt. Die Impfung nimmt bei den Jungen in der Regel der Hausarzt oder ein Kinder- und Jugendarzt vor. "Doch angesichts der in Deutschland skandalös niedrigen HPV-Impfrate von Mädchen, die gerade mal bei 40 Prozent liegt, sind wir meilenweit von einem solchen Gemeinschaftsschutz entfernt".

Die HPV-Impfung wird verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen. "Wir haben die Kosten für die HPV-Impfung seit ihrer Einführung auch für Jungen und Männer getragen, da sie sich genauso wie Mädchen mit dem Virus infizieren oder es übertragen können", sagt Jens Hermes, Impfexperte der BKK VBU.

Voraussichtlich Anfang 2019 wird der rechtswirksame Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorliegen und die HPV-Impfung für Jungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen.

"Wir wollen den Kampf gegen Krebs in Deutschland entscheidend voranbringen", erklärten Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, und Dieter Schröder, Vorsitzender des Verwaltungsrats. Einige Krankenkassen, wie beispielsweise die TK, haben schon jetzt reagiert und übernehmen freiwillig die Kosten für die Impfung.

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