Namensstreit um Mazedonien: Griechenland verkündet Einigung

Vorangegangen waren mehrmonatige Verhandlungen zwischen beiden Staaten Südosteuropas unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UNO). Griechenland lehnt den Landesnamen Mazedonien ab, weil seine im Norden liegende Provinz ebenfalls so heißt.

Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras hat eine Einigung im Namensstreit um die griechische Provinz Mazedonien und des bislang gleichnamigen Nachbarlandes bekannt gegeben. Mazedonien solle künftig Republik Nord-Mazedonien heißen, teilte der Ministerpräsident des Landes, Zaev, mit. Außerdem stärke der nun vereinbarte Fahrplan "die fortschrittlichen Kräfte" in Mazedonien, sagte ein Regierungsmitglied dem SPIEGEL. In einer ersten Reaktion sprach der nationalistische Oppositionschef Hristijan Mickoski von "Kapitulation" und "schwerem Exhibitionismus auf Kosten des Volke".

Zaev sprach in Skopje von einer "historischen Einigung" mit dem ein 25-jähriger Streit mit dem Nachbarn beendet werden könne.

Das letzte Wort in dieser Sache wird jedoch das Volk bei einem Referendum im Herbst haben.

Als Gegenleistung für die Namensänderung will sich Athen nicht mehr gegen den Beitritt dieser Republik in die Nato sperren und auch die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen nicht mehr blockieren, teilte Tsipras mit.

Athen befürchtete spätere Gebietsansprüche des nördlichen Nachbarn. Jetzt müssen die EU-Mitgliedsstaaten ihrer Verantwortung gerecht werden und die Beitrittsverhandlungen mit Mazedonien und Albanien aufnehmen.

Die Bundesregierung begrüßte die Einigung als "großartige Nachricht".

"Skopje und Athen haben heute Geschichte geschrieben", erklärte der deutsche Außenminister Heiko Maas.

Der Namensstreit geht auf den Zerfall Jugoslawiens Anfang der 1990er Jahre zurück, als die damalige Teilrepublik Mazedonien ihre Unabhängigkeit erklärte. Medien beider Länder hatten zuvor berichtet, dass der neue Name Mazedoniens "Republik Nord-Mazedonien" lauten werde.

Der Streit um den Namen Mazedonien belastet die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn seit langem.

Setzt Mazedonien die Vereinbarung tatsächlich um, wird für das Land auch der Weg frei für den Beitritt zur Nato und für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen.

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