Nordkorea-Gipfel: 5 Experten haben Trumps und Kims Treffen analysiert

Trump kündigte an, er wolle Kim "zu einem angemessenen Zeitpunkt" zu weiteren Gesprächen ins Weiße Haus nach Washington einladen.

Die charakteristische Szene: Als sie anschließend in der Hotelbibliothek Platz nehmen, wird der US-Präsident aus dem kleinen Tross an Journalisten, der kurz rein darf, gefragt, wie er sich fühle.

Präsident Trump und der Vorsitzende Kim Jong Un führten einen umfassenden, eingehenden und aufrichtigen Meinungsaustausch über die Fragen im Zusammenhang mit der Einrichtung neuer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Demokratischen Volksrepublik Korea sowie dem Aufbau eines dauerhaften und robusten Friedensregimes auf der koreanischen Halbinsel. Experten sind aber skeptisch, ob Kim wirklich darauf verzichten will. Es war nun das erste Mal, dass ein amtierender US-Präsident und ein nordkoreanischer Machthaber zusammentrafen.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Präsident Kim Jong Un am 12.06.2018 in Singapur.

Auch für Nordkorea steht viel auf dem Spiel: Das kommunistische Land hofft neben starken Sicherheitsgarantien und Wirtschaftshilfe auf eine Aufhebung der scharfen Sanktionen, die die Vereinten Nationen und auch die USA auch einseitig als Reaktion auf seine Atom- und Raketentests verhängt haben. Von Matthias Kolb mehr.

Nach der Unterzeichnungszeremonie sagte Trump, dass auf der Koreanischen Halbinsel von nun an "eine ganz andere Situation sein wird als in der Vergangenheit". Kim versprach, ein neues Kapitel in den Beziehungen zu den USA aufschlagen zu wollen. Trump, um als erfolgreicher Friedensvermittler in die Kongresswahlen im November zu ziehen - und wohl auch, um das Debakel des G7-Treffens vergessen zu machen. Laut dem Dokument bekräftigte Kim seine "entschlossene und unerschütterliche Verpflichtung" zur "kompletten Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel". Trump erklärte sich zu Sicherheitsgarantien bereit. Was sie damit erreichen können, ist noch unklar.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat ihre Bereitschaft unterstrichen, eine atomare Abrüstung Nordkoreas zu überwachen.

In dem Gipfeldokument heißt es weiter, dass die USA und Nordkorea "Folge-Verhandlungen" führen würden in Person von US-Außenminister Mike Pompeo und einem "relevanten, hochrangigen nordkoreanischen Offiziellen". Konkrete nächste Schritte werden nicht benannt. Pompeo war in den vergangenen Wochen bereits zwei Mal nach Nordkorea gereist, um sich mit Kim Jong-un zu treffen. Trump sagte dazu: "Er ist nicht eingeladen worden, aber er ist ein netter Kerl". Nach Kim wird die Welt "eine große Veränderung" erleben, beide Seiten hätten beschlossen, "die Vergangenheit hinter sich zu lassen" - wahrscheinlich auch die der gegenseitigen Beschimpfungen.

Während die Entführung japanischer Staatsbürger nach Nordkorea vor einigen Jahrzehnten offenbar auf der Tagesordnung stand, fehlte jede Erörterung der Menschenrechtslage in Nordkorea, das die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) pünktlich zum Gipfelbeginn als "repressivstes Land der Welt" beschrieb. Südkorea, wo die USA ungefähr 28 500 Soldaten stationiert haben, wird nicht explizit erwähnt. Allerdings musste er dafür seine Forderungen nach schnellen und überprüfbaren Abrüstungsschritten zurückstellen.

Zudem hat der US-Präsident hat das Ende der gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea zugesagt.

Es bestehe die Hoffnung, dass der Korea-Krieg bald endet, "und er wird bald enden", sagte Trump am Dienstag in Singapur. Aber er stellt noch keinen Abzug in Aussicht.

Nordkorea verfügt nach Trumps Worten über ein massives Atomwaffenarsenal.

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