Trump und Kim vereinbaren vollständige atomare Abrüstung

Ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel hätte Auswirkungen weit darüber hinaus.

Der verblüffendste Experte: Weil man so wenig über Kim weißt, schaltet CNN, während Trump und Kim abgeschirmt von den Kameras zusammensitzen, zu Dennis Rodman. Über Menschenrechte hätten die beiden zwar gesprochen, allerdings nur kurz.

Der 34-jährige Kim wartet zu Beginn des Treffens auf den US-Präsidenten.

"Aus Feinden können Freunde werden", sagt US-Präsident Donald Trump bei der Pressekonferenz nach dem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Von Matthias Kolb mehr.

Bei ihrem Gipfel hatten Trump und Kim eine Normalisierung der Beziehungen und eine "Denuklearisierung" der koreanischen Halbinsel vereinbart. Etwa 1993, als Nordkorea und die USA sich schon einmal darauf einigten, ein atomwaffenfreies Korea und friedlichere Beziehungen anzustreben.

Beide Länder wollen zusammen eine "bleibende und stabile Friedensordnung" auf der Koreanischen Halbinsel erreichen.

Nordkorea verpflichtet sich, auf die komplette Denuklearisierung hinzuarbeiten. Dies hatte Kim bereits bei seinem Treffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae-in am 27. April zugesagt, worauf im Abschlussdokument verwiesen wird.

Die beiden Länder vereinbaren den Austausch sterblicher Überreste von Bürgern des jeweils anderen Landes. Im Gegenzug sichert Trump Sicherheitsgarantien zu. "Solange es keine Details gibt, lässt sich auch nicht beurteilen, welche Seite zu welchen wirklichen Zugeständnissen bereit sein müsste oder was der Deal kostet". Atomare Abrüstung solle für das international weitgehend isolierte Land kein Sicherheitsrisiko sein, sondern das Gegenteil, so der Außenminister. Dafür wollen sie Nordkorea Sicherheiten bieten, wie US-Außenminister Mike Pompeo betonte. Gespräche sollen folgen. Will Trump sogar die US-Manöver mit Südkorea stoppen? Einen konkreten Zeitpunkt nennt er nicht. Kim Jong Un sprach auf der kurzen Pressekonferenz nicht. Trump versucht, es so wie Kim zu sehen: Allein, dass das Treffen stattgefunden hat, soll also ein Erfolg sein.

Kim gelobte seinerseits, die Vergangenheit hinter sich zu lassen: Die Welt werde "eine größere Veränderung" erleben, sagte er.

Während die Entführung japanischer Staatsbürger nach Nordkorea vor einigen Jahrzehnten offenbar auf der Tagesordnung stand, fehlte jede Erörterung der Menschenrechtslage in Nordkorea, das die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) pünktlich zum Gipfelbeginn als "repressivstes Land der Welt" beschrieb.

Die USA haben derzeit 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert. Der US-Präsident zeigt dem nordkoreanischen Diktator seine gepanzerte Limousine und erkundigt sich beim gemeinsamen Mittagessen bei den Fotografen, ob auf den Bildern alle "gut, hübsch, dünn und perfekt" aussehen. Schon am Tag zuvor hätten Kim und Trump demnach heimlich abgeklärt, was sie der Weltöffentlichkeit am Dienstag präsentieren wollen. "Wir werden ein bombiges Verhältnis haben", sagte der US-Präsident dennoch und faltete seine Hände zur Merkel-Raute, "ich fühle mich sehr gut".

Zugleich drückte Abe seine hohe Wertschätzung dafür aus, dass Trump das für Japan äußert wichtige Thema der Entführung von Japanern in den 1970er- und 80er-Jahren nach Nordkorea angesprochen habe. Es gebe aber noch keine solche Vereinbarung.

Trump kündigte die offizielle Beendigung des Korea-Krieges an. Nordkorea solle "vollständig denuklearisieren", heißt es. Ein politisch salonfähigeres Nordkorea könnte aber auch besser Fäden ziehen, um Positionen gegenüber den USA durchzusetzen.

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