Verdächtiger YPG/PKK-Terrorist im Fall Susanna im Nordirak festgenommen

Asylantrag abgelehnt, aber keine Abschiebung: Ali B., der mutmassliche Täter. Wie konnte das passieren?

Vor allem in Mainz und Wiesbaden trauern viele Menschen um Susanna. Vermutlich starb das Mädchen schon am Abend des 22. Mai oder in den Nachtstunden.

Die 14-jährige Susanna war am 22. Mai von ihrer Mutter als vermisst gemeldet worden. Sie lag in einem Erdloch in einem schwer zugänglichen Gelände bei Wiesbaden, zwischen einer Bahnlinie und der Bundesstraße 455, bedeckt mit Blättern und Reisig. Einige Tage später stellte die Polizei bei ihm ein verbotenes Einhandmesser sicher. Doch Susanna wurde nicht gefunden.

Es sei nicht der Schreibstil ihrer Tochter.

Erst am 3. Juni ging der entscheidende Hinweis ein.

Seitdem fahndet die Polizei nach dem 20-Jährigen. Am Nachmittag des 6. Juni wurden sie schließlich fündig. Der Fundort der Leiche ist nicht der Tatort, da sind sich die Ermittler sicher. Doch das Etikett eines Kleidungsstücks war nicht richtig bedeckt und schimmerte weiß. Das machte einen Polizisten aufmerksam.

Der Iraker lebte in einer Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft. Auch er ist ein Asylbewerber. Offenbar hatte der 20-jährige Tatverdächtige ihm von der Tat erzählt.

Die Schülerin wurde erwürgt oder erdrosselt. Auch in Zusammenhang mit der Vergewaltigung eines 11-jährigen Mädchens wurde Ali B. genannt. Die Obduktion ergab, dass die Jugendliche vergewaltigt und getötet wurde. Mit diesem Bruder habe sich das Mädchen möglicherweise eine Freundschaft vorstellen können.

"Es ist ein Reflex, nach der Tat eines Asylsuchenden wie im Fall Susanna F. die Abschaffung der Flüchtlingsrechte zu fordern", schreibt der bekannte Kommentator Heribert Prantl in der "Süddeutschen Zeitung".

Warum wurde der Hauptverdächtige nicht festgenommen? Auf Bitten der deutschen Polizei ist nun der junge Iraker in der vergangenen Nacht von kurdischen Sicherheitsbehörden festgenommen worden. Darüber, ob Familie B. unter diesen Umständen noch nicht in einer kommunalen Unterkunft untergebracht gewesen wäre, wollte ein Sprecher Seehofers am Freitag nicht spekulieren.

Wie konnte die Familie einfach abreisen? Am Flughafen sollen er und seine Familie Flugtickets gezeigt haben, auf denen andere Namen angegeben gewesen waren als auf ihren Aufenthaltspapieren für Deutschland.

Der kurdisch-irakische TV-Sender Rudaw berichtete am Freitagabend unter Berufung auf einen lokalen Polizeioffizier, Ali B. habe nach seiner Festnahme in den kurdischen Autonomiegebieten im Nordirak ausgesagt, es sei zu einem Streit mit dem Opfer gekommen. Nicht übereinstimmende Namen auf Bordkarte und Ausweispapieren fielen am Flughafen in Düsseldorf nicht auf. Botschaften zum Beispiel können solche Passersatzpapiere ausstellen, wenn der Reisepass abhandengekommen oder nicht mehr gültig ist. Politiker aller Parteien sind sich einig, dass es viel zu lange dauert, bis Gerichte über die Klagen abgelehnter Asylbewerber entschieden haben.

Diese Nachricht wurde am 08.06.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Unterdessen äußerte sich auch der Zentralrat der Juden zu der Ermordung der 14jährigen Susanna, die Mitglied der jüdischen Gemeinde in Mainz war. Ein zweiter, in Hessen festgenommener, Verdächtiger ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß, da sich der Tatverdacht nicht erhärtete. Befragungen des Kindes erbrachten allerdings keine eindeutige Faktenlage. Weil damit das Verfahren weiter lief, erteilte die Stadt Wiesbaden - was nicht anders ging - eine Aufenthaltsgestattung. Zwei Geschwister des Tatverdächtigen seien hingegen "immer wieder aufgefallen wegen Schlägereien, Ladendiebstählen und Schulschwänzen".

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