Wim Wenders' neuer Film ist eine Hommage an Papst Franziskus

Kulmbach - Der Leiter des Kulmbacher Cineplex, Werner Kampe, freut sich ganz besonders auf das heutige Film-Café ab 14.30 Uhr, in dessen Rahmen um 16 Uhr "Papst Franziskus - ein Mann seines Wortes" gezeigt wird: "Ich finde das ganz toll, so einen Film in Kulmbach zu haben, der weg ist vom Mainstream und der eigentlich auch für Schulklassen interessant sein sollte". Wie haben Sie ihn angesprochen? Hat er vielleicht sogar einen Lieblingsfilm von Ihnen? Die Gespräche mit dem Papst hätten ihn davon überzeugt, dass dieser alles meine, was er sage, und auch lebe, was er sage. Es ist auch keine Aufrechnung, wie viele seiner Versprechen Franziskus schon eingelöst hat. Er bekam von der Vatikanischen Medienabteilung den Auftrag, ein filmisches Porträt von Papst Franziskus zu fertigen.

Wim Wenders: Sehr offen, sehr spontan, direkt. Ist er auch jemand, mit dem man klassischen Smalltalk führen kann?

Was hat Wim Wenders am meisten am Papst überrascht?

Papst Franziskus erweist sich als hervorragender Rhetoriker, der in einfacher Diktion über existenziellste Dinge spricht, und dies mit unwiderstehlichem Charme: eine Predigt ohne Predigerattitüde.

Es gibt auch Fragen zu sexuellem Missbrauch in der Kirche, die der Pontifex beantwortet.

Wie hat sich Ihr persönlicher Eindruck von Papst Franziskus durch dieses Filmprojekt verändert?

Dazwischen sind Momente seiner offiziellen Reden etwa vor der UNO und dem US-Kongress zu sehen, in denen sich der Papst mahnend zu dringlichen Themen äußert. Wenders sucht nicht die kritisch-erkundende Distanz, sondern die Nähe eines Bewunderers: "Ich habe nach einigen Überlegungen vorgeschlagen, nicht einen biografischen Film über den Papst zu machen, sondern einen Film mit ihm". Da war ich echt von den Socken. Sein Leitbild ist, wie auch der von ihm gewählte Name verrät, der Heilige Franz von Assisi (1182-1226), der für die Erneuerung der Kirche, für eine radikale Zuneigung zu den Armen und Ausgestoßenen und für ein neues Verhältnis zur Natur steht. Und er durfte sich in den Archiven des Vatikan bedienen, hat Material von den Reisen des Oberhaupts der katholischen Kirche zwischen die Antworten geschnitten, Bilder von einem Flüchtlingslager auf Lampedusa, aus den Favelas von Rio, aus einem Kinderkrankenhaus in Zentralafrika, Begegnungen mit Gefängnisinsassen und jubelnden Massen in Lateinamerika ... Diese künstliche Nostalgie geht dann doch stark in Richtung Kitsch. "Verschwenden Sie Zeit mit Kindern" - mit diesem sympathischen Rat, berichtet der Papst beispielsweise, habe er die Menschen früher immer aus dem Beichtgespräch geschickt.

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